Schüleraustausch Japan: Tarek war in Osaka

15.10.2021

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Unternehmer mit Haltung. Freitag, Januar Die gespendeten Laptops werden verwendet, um ein Leihprogramm zu starten, damit Kinder die Laptops mit nach Hause nehmen und mit den Laptops arbeiten und weiter erforschen und lernen können. Die Laptops, ausgestattet mit lizenzierter Betriebs- und Virenschutzsoftware, werden an bestehende und neue Dojos gespendet, die in Gebieten arbeiten, die von CoderDojo Irland als unterversorgt mit Dojos im Vergleich zu anderen Gemeinden identifiziert wurden. CoderDojo ist eine weltweite Bewegung von kostenlosen, von Freiwilligen geleiteten, gemeinschaftsbasierten Programmierclubs für junge Menschen. Zwar ist mein Leben ruhiger geworden im Vergleich zu meiner zweiten Familie, trotzdem fühle ich mich pudelwohl und blicke mit Freude auf die nächsten gemeinsamen Monate.

Die Schule ist weiterhin eine der Sachen, wo sich meine Gefühle spalten. Auf der einen Seite der Ort, wo all meine Freunde sind und ich täglich zusammen Judo machen kann, auf der anderen Seite ist das Schul- und Unterrichtssystem einfach so gegensätzlich zum deutschen, dass ich mich immer wieder schwer damit tue. Gerade da dieser Unterricht nicht für das individuelle Lernen gedacht ist, zeigt sich immer wieder, dass Schüler schlafen oder nicht aufpassen. Die Schüler sind leider nicht Teil des Unterrichts. Deshalb können Sie auch genauso gut die Notizen des Nachbars später dann zuhause kopieren.

Zwar werden manchmal auch Fragen gestellt, aber dies ist eher die Ausnahme. Um den Stoff wirklich zu verstehen, müssen sich die Schüler fast täglich Stunden lang zuhause hinsetzen und lernen. Der Nachhilfeunterricht ist nicht nur für die schwächeren Schüler, sondern etwas wo fast hundert Prozent der Schüler hingehen müssen. Anstatt eines Umdenkens wurde gesagt dass wohl doch zu wenig gelernt würde, weshalb seit zwei Jahren auch an Samstagen Schulunterricht stattfindet. Zwar sind die Disziplin und der Wille sehr bewundernswert, aber dass Schüler teilweise bis spät in die Nacht lernen müssen, um dem Unterricht folgen zu können, obwohl sie jeden Tag bis mittags Schule haben und danach noch in die Nachhilfe gehen, scheint mir übertrieben und nicht wirklich so, wie ich mir ein Leben als Kind oder Jugendlicher vorstelle.

Dies macht es mir schwer, dem Unterricht an japanischen Schulen interessiert zu folgen, was meist darin endet, dass ich alleine mein Japanisch lerne. Die Vorbereitung. In nur 10 Tagen würde ich in meinem Flieger nach Japan sitzen. Dennoch, an diesem Tag war nicht ich, sondern mein Zwillingsbruder der Mittelpunkt des Geschehens, denn an diesem Tag sollte sein Austauschjahr in die USA beginnen. Endlich, nach all der Arbeit und den Vorbereitungen die wir zusammen gemeistert hatten, würde einer von uns beiden seinen Traum vom Auslandsjahr beginnen. Einige Stunden später ging es los und all der Stress und die Schwierigkeiten waren vergessen. Unser Ziel: der internationale Flughafen in Frankfurt am Main. Trotz voller Autobahnen, einem überfüllten Frankfurt und einer stressigen Suche nach einem Parkplatz, standen wir schon kurze Zeit später vor dem Terminal. Dort sollte ich ihn nun verabschieden, meinen Bruder, den Mensch den ich von Herzen liebe.

Obwohl ich mir sicher war, dass ich ihn vermissen würde, war ich froh, dass er endlich sein Auslandsjahr beginnen konnte. Nach einer kurzen Umarmung, war er auch schon durch die Kontrolle und zwischen all den Menschen verschwunden. Stress, Aufregung und Vorfreude, so kann man wohl am besten meine letzte Woche in Deutschland beschreiben. Dennoch war ich froh jemanden zu haben, der mir half, all meine Sachen zusammen zu packen und aufpasste, dass ich nichts vergesse. In meiner letzten Woche hatte ich zudem noch eine sehr wichtige Sache zu erledigen, bevor ich Deutschland verlassen konnte: da meine Schule vor kurzem wieder angefangen hatte, wollte ich gerne noch einen Tag zu Besuch hingehen, um mich auch dort von meinen Freunden zu verabschieden.

Irgendwie war es schon ein komisches Gefühl. Alles in allem muss ich sagen, obwohl es meine letzte Woche war, fand ich sie weder sehr aufregend noch sehr speziell. Zwar war es traurig, den Menschen, die mir nahe stehen, "Auf Wiedersehen" sagen zu müssen und meinen Koffer für ein Jahr in einem fremden Land zu packen, trotzdem wollte ich auch einfach, dass es endlich los geht. So schnell wie sie angefangen hatten, waren meine letzten sieben Tage in Deutschland auch schon vorbei und der Tag meines Abflugs stand uns bevor. Indem man Aikido länger übt, werden Geist und Körper nur noch eins, und je mehr die Zeit vergeht, desto wirksamer wird man.

Sind also die körperlichen Fähigkeiten nur von zweitrangiger Bedeutung. Dann fragt man sich, was die Stärke eines Menschen ausmacht. LocalBitcoins.com Gutschein Deutschland ⭐ Juli 2021 - localbitcoins. Besteht es darin, während einer Lebensphase stark zu sein, wenn man jung ist, oder sein Leben bis zum letzten Augenblick auszuleben. Die echte Natur der menschlichen Stärke gehört zu den Sachen, deren man sich beim längeren Üben des Aikido bewusst wird. Wenn man altert, ändert sich der Körper. Wenn man jung ist, funktionieren die Innereien ganz gut und man ist fit.

Dies findet einen konkreten Ausdruck in der Technik, in der man den Partner aufnimmt und seine Kraft ausnutzt. Wie definieren Sie das Ki. Spricht man vom Ki, kommt vor allem das Kimochi, die Arbeit des Herzens in Betracht. Daraus ergibt sich die Kraft und Energie. Dieses Grundprinzip ist viel wichtiger als die Muskelkraft. Die Leistungsfähigkeit kommt von der geistigen Kraft her. Hört man die Erzählungen der Kriegsüberlebenden, versteht man, dass man beim schwach werdenden Ki unwiderruflich zu Tode kommt. Ohne Nahrung oder Hoffnung auf den folgenden Tag ermöglicht nur die geistige Kraft Kiryoku das Überleben. Verliert man die Hoffnung, stirbt man. Das Ki lenkt und führt den Menschen. Das Ki ist mehr als eine körperliche Energie, also eine geistige Kraft. Ich möchte zwar nicht, dass die Leute sich in meiner darauf folgenden Behauptung irren, aber ich glaube nicht, dass man unterrichten kann, was Ki ist.

Es ist etwas, das man durch Übung selber erfahren und verstehen muss. Manche Personen sind nur an der Technik interessiert und möchten stärker werden, indem sie darauf fokussieren. Aber auch wenn man eine solide Technik erlernt, ist die Technik alleine nutzlos. Ist der Geist nicht stark, wenn man dem Gegner gegenüberstehen muss, wird das Herz trotz des starken Körpers weichen. In den älteren Zeiten verwendete man beim Budotraining den Körper zur Stärkung des Geistes bei der Übung. Shin shin tanren, den Körper und den Geist schmieden. Aikido ist genau das, es dient zur einheitlichen Stärkung von Körper und Geist. Das fällt dem Menschen sehr schwer. Man darf sich nicht auf das Lernen der technischen Formen beschränken. Man fängt mit der Übung der Formen, der Kata an, dann vergisst man sie, um sich in die Technik richtig hineinzuversetzen.

Die Übung der Form ist also nur der erste Schritt. Es ist das Kihon, die Basis. Bleibt man aber auf die Übung der Kihon fixiert, kann man nicht mehr fortschreiten. Unterrichten Sie die Techniken, indem sie die Bewegung zerlegen oder stufenlos durchführen. Ich zerlege sie wirklich nur gelegentlich, um den Anfängern ein Detail zu erklären, aber auch wenn beim normalen Training die Technik nicht völlig richtig ist, glättet sich die Form durch die praktische Erfahrung. Die Wiederholung der Technik allein genügt nicht. Sie unterrichten in zahlreichen fremden Ländern.

Ändern Sie Ihre Art zu unterrichten. Die Leute bemühen sich, fahren Strecken und zahlen, um zu üben, es gibt zu dem, was man zeigt, keine Grenze, alles muss unterrichtet werden. Sehen Sie Unterschiede in der Art und Weise, wie die Leute das Aikido üben oder wahrnehmen. Im Ausland sprechen die Leute vielmehr auf den Unterricht an, sie üben ernsthafter. Und das stört mich nicht. Für die Europäer hingegen geht die Übung des Aikidos oft über den Zeitvertreib hinweg. Um ein Beispiel zu nennen, sind heute mindestens sieben oder acht Personen aus Europa gekommen, um zu üben. In Japan gibt es Leute, die sich anmelden und abbrechen, obwohl sie fast nie geübt haben.

Weil sie es nicht schaffen, ihre eigene Verpflichtung einzuhalten, oder sie nicht wie gewünscht fortschreiten. Dann sagen sie, dass sie dazu nicht fähig sind, und hören auf. Im Ausland üben die Leute mehr aus Leidenschaft, sodass die Anzahl der Weitertrainierenden höher ist. Das erfüllt mich mit Freude. Indem die Schüler so lange üben, verstehen sie natürlich, was Aikido ist. Warum sind Ihrer Meinung nach die Budo-Arten in Japan nicht beliebt. Die Leute haben ihre Orientierungspunkte verloren und glauben an nichts mehr. Heute sucht sich Japan und fragt sich, welche Werte es annehmen soll. Das ist aber eine Frage, die die ganze Welt erschüttern wird Sie werden einen Lehrgang in Frankreich leiten.

Geben Sie dort zum ersten Mal Unterricht. Es ist eine ziemlich witzige Geschichte. Eines Tages kam einer der englischen Schüler von Noro Sensei zum Aikikai. Er war so kräftig, so muskulös, dass er wie ein Pferd aussah. Der Engländer blieb aber stehen. Bei seinem Angriff habe ich gespürt, wie unglaublich stark er war, und dass ich keine Chance hätte, ihn werfen zu können. Ich war aber ehemaliger Judoka, sodass ich ihn bei der Durchführung der Technik gesichelt habe. Er flog empor, bis er dumpf herunterstürzte.

Als er dann wieder aufstand, um mich anzugreifen, passte er auch auf seine Beine auf, und ich konnte ihn normal werfen. Als er nach England zurückgekehrt ist, hat er anscheinend Meister Noro von dieser Geschichte erzählt und gesagt, es würde einen beeindruckenden Uchi-Deshi namens Shimizu geben. Später lud er mich anlässlich einer Reise nach Deutschland in sein Dojo zum Unterrichten ein. Er war eine wirklich lustige Persönlichkeit. In Paris ist er sehr nett zu mir gewesen und er hat mich in wirklich ausgezeichnete Restaurants mitgenommen. Er hat hier in Japan lange gelernt und ich glaube, dass Christian Tissier ihn auf mich aufmerksam gemacht hat. Kennen Sie Christian Tissier. Majid: Ich bin Majid, 23 Jahre alt. Ich komme aus Damaskus und bin seit ungefähr fünf Jahren in Berlin. Seit Ende Bist du allein nach Deutschland gekommen. Majid: Ja, auf dem Weg, den damals die meisten nach Deutschland gegangen sind.

Aus der Türkei über die Ägäis weiter nach Griechenland. Hast du es problemlos über das Meer geschafft. Majid: Einfach war das nicht. Zwei Versuche sind gescheitert, erst beim dritten Mal habe ich es geschafft. Seit fast fünf Jahren bist du nun in Deutschland. Was ist in dieser Zeit passiert. Majid: Angekommen bin ich in Schwerin, dann aber direkt nach Berlin transferiert worden. Nach einer Woche in einem Zelt mit vielen Menschen kam ich in eine Turnhalle, die auch ziemlich überfüllt war. Dort habe ich neun Monate verbracht, bis ich ein WG-Zimmer gefunden habe. Später bin ich nach Prenzlauer Berg gezogen, wo ich bis heute in einer WG lebe. Was machst du beruflich.

Majid: Auf meiner Flucht sind alle meine Unterlagen verloren gegangen, auch meine Zeugnisse. Deswegen habe ich zwei Schulabschlüsse neu gemacht. Erst die 9. Klasse und dieses Jahr den Mittleren Schulabschluss. Deutschkurse habe ich auch absolviert. Aber eigentlich mache ich Musik. Was für Musik. Majid: Arabischen Rap. Ist das dein Beruf — die Musik. Majid: Noch nicht. Ich suche nach einer Ausbildung als Tontechniker, im Tonstudio oder als Mediengestalter Bild und Ton, bewerbe mich grad. Bis ich eine Ausbildung gefunden habe, ist Musik meine Leidenschaft. Begleitet dich diese Leidenschaft schon lange, auch schon in Damaskus.

Oder hast du das Rappen hier für dich entdeckt. Majid: Ich habe schon früher Texte geschrieben. Zum Aufnehmen fehlte mir aber das Equipment. Damit habe ich erst in Berlin angefangen. Ein Jahr lang habe ich hier für mein erstes Mikrofon gespart. Ganz abgesehen davon, dass ich mir das in Damaskus nicht leisten konnte, hätte ich in Syrien viele Dinge, die ich heute rappe, nicht sagen können. Worum geht es in deinen Tracks. Majid: Ich rappe über mein Leben, meine Erfahrungen, meine Beobachtungen in der Welt. Oft sind meine Texte auch sehr politisch.

Politisch in Bezug auf die Situation in Syrien oder auch hier in Deutschland. Majid: Auch in Bezug auf Syrien und Damaskus. Aber gar nicht nur. Politisch ist für mich schon das Zwischenmenschliche. Welche Probleme sind das in deinen Augen. Majid: Du kannst in deinen Texten Armut schildern. Ich finde es aber noch wichtiger, über die Verursacher dieser Zustände zu reden, die Schuldigen zu benennen. Ich will Musik mit Message machen, die vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken anregt. Wie entsteht deine Musik, wo kann man sie hören. Majid: Ich produziere das alles in meinem Home-Studio, das ich mir in meinem WG-Zimmer eingerichtet habe. Erreichst du damit viele Menschen. Majid: Ich stehe noch am Anfang. Mir geht es momentan gar nicht so sehr um Follower oder Fans. Wenn auch nur eine Person zu mir kommt und mir sagt, dass einer meiner Tracks sie dazu gebracht hat, eine neue Perspektive zuzulassen und Dinge vielleicht zukünftig besser zu machen, reicht mir das oft schon.

Welchen behördlichen Status hast du heute — nach fünf Jahren in Deutschland. Majid: Die ersten anderthalb Jahre, die ich in Berlin war, galt mein Status als ungeklärt. Ich hatte nur ein Papierdokument, mit dem ich mich ausweisen konnte. Mit meinem Reisepass für Geflüchtete habe ich dann drei Jahre Aufenthaltsrecht bekommen. Die sind jetzt vorbei und ich habe bald einen Termin, um mein Aufenthaltsrecht zu verlängern. Empfindest du Berlin mittlerweile als dein Zuhause. Majid: Ich denke schon. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich glaube, ich könnte Berlin auch eine Weile verlassen, würde aber immer wieder zurückkommen. Berlin ist eine Heimat geworden. Ich habe früher erfahren, wie es ist, keine Chancen zu haben — ganz egal, wie viel Mühe man sich gibt. Hier habe ich andere Freiheiten. In Berlin kann ich sein, wie ich bin: Majid.

Mit allen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Verunsichert dich die Ungewissheit, ob du bleiben darfst. Majid: Diesen Gedanken habe ich immer im Kopf. Aber wer aufgibt, nicht mehr arbeitet für das, was er sich wünscht, kann auch nicht siegen. Ich versuche, in jeder Situation das Beste zu geben. Vielleicht bringt mich das nicht ans Ziel, aber es bringt mich weiter. Wer ein schlechtes Leben hatte und dann ein gutes lebt, mit Essen, einem Dach über dem Kopf, Kleidung, der hat schon viel. Ich probiere, nicht zu vergessen, was ich erlebt habe, und zufrieden zu sein. Ich bin froh, dass ich lebe. Das gibt mir Kraft und Motivation. Wenn ich mir ständig Gedanken über die unsichere Zukunft mache, gehe ich gar nicht mehr raus. Wenn ich alles negativ sehe, wird nichts Positives passieren. Wenn ich mir aber sage, nein, es kann besser sein und ich möchte etwas dafür tun, dass es besser wird, dann komme ich auch voran.

Einfach machen, sich von nichts bremsen lassen. Majid: Ja. Egal was läuft, leb dein Leben und mach weiter. Nicht zu wissen, was die Zukunft bringt, ist kein Grund, nichts zu machen. Der verläuft sich nur. Was sind deine konkreten Pläne für die Zukunft. Majid: Ich will mein Wissen erweitern, Erfahrungen machen, viel lernen, verreisen, einen Beruf lernen, in dem Musik eine Rolle spielt. Deutsch rappen — ist das für dich eine Option. Majid: Ich habe es natürlich versucht, aber — ganz ehrlich — ich schaffe es nicht, meine Gefühle in der deutschen Sprache so auf den Punkt zu bringen, wie ich es auf Arabisch kann.

Arabisch bietet mir die passenderen Wörter und es ist sogar schwieriger als im Deutschen oder Englischen. In meiner Muttersprache sind die Wörter alle sehr unterschiedlich, es gibt viel weniger Möglichkeiten für Reime. Auf Arabisch kann ich aber zeigen, wer ich wirklich bin. Zwar verstehen mich dadurch viele bei Auftritten nicht, aber auf Youtube übersetze ich alle Texte meiner Tracks auch ins Englische. Wie würdest du den Sound von arabischem Rap beschreiben. Majid: Ich glaube, es gibt keinen typischen arabischen Rap. Auch dort gibt es Mainstream-Rap, beeinflusst von UK Trap oder Old-School-Rap aus den USA, es gibt Autotune, in Sachen Beats und Flow viele Nachahmer dessen, was kommerziell erfolgreich ist. Es gibt aber auch ein paar Originale, die ihren ganz eigenen Stil haben. Musik, die nicht massenkompatibel ist. Die bleiben dann Untergrund und wollen auch gar nicht oben.

Willst du nach oben. Majid: Viele Follower und Fans sind nicht mein Antrieb. Ich will mit meiner Musik zufrieden sein. Wenn ich Erfolg habe, müsste ich trotzdem noch von meinen Inhalten überzeugt sein. Weil man mit Erfolg auch Verantwortung übernimmt. Glaubst du, dass Rapper mit Erfolg eine Vorbildfunktion einnehmen. Aber ich will nicht als Vorbild gesehen werden. Ich bin nicht perfekt. Jeder Mensch hat gute und schlechte Seiten. Jeder meiner Tracks hat einen eigenen Vibe. Mal schnell, mal langsam, mal deep und dark, dann wieder fröhlicher. Ich liebe die Oldschool-Beats des US-Hip-Hops aus den Neunzigern, mag Storytelling, Geschichten erzählen. Ich bastle ewig an meinen Beats, bis ich zufrieden bin, oder ich rappe auf fremde Beats, die mich auf besondere Weise berühren. Ich will das machen, wovon ich überzeugt bin. Aber ich freue mich, wenn Menschen meine Musik hören und wegen der Texte wieder anfangen, das Denken zu trainieren.

Das finde ich wichtig. Letzte Frage: 2Pac oder Biggie. Majid: Biggie. Hamed Weil ich an einem Ort bin, der sicher ist. Hamed 35 Security Mitarbeiter. Hamed, 35, ist Afghane, Vater zweier Kinder. Er hat lange im Iran gelebt und als Geflüchteter dort unter Diskriminierung gelitten. Seit ist er ohne seine Kinder in Deutschland und hält trotz aller Widrigkeiten an seinen Träumen fest. Hamed, magst du dich den Lesern kurz vorstellen. Hamed: Gerne. Ich komme aus Afghanistan und bin nach Deutschland gekommen, weil in meinem Land seit 40 Jahren Krieg herrscht.

Ich wollte versuchen, ein neues, besseres Leben zu finden. Ich wollte eine Zukunft, die unsere Heimat nicht bietet. Ich bin im Krieg aufgewachsen. Habe lange im Iran gelebt, aber auch da hatte ich als Afghane keine Chance, zur Schule zu gehen oder eine Universität zu besuchen. Ich habe nie aufgehört zu überlegen, wie ein besseres Leben möglich ist, und bin deswegen nach Deutschland gekommen. Ich habe viele Deutsche kennengelernt, was mir beim Lernen der Sprache sehr hilft. Wenn man im Kontakt ist, miteinander reden kann, findet man Lösungen für alle Probleme. Welche Erfahrungen hast du noch gemacht, seit du in Berlin bist. Hamed: Bis heute ist der Weg schwierig, aber Ich bin hier in ein neues Leben gestartet. Ein Jahr lang habe ich in einer Turnhalle gelebt, danach ein weiteres Jahr in einem Heim.

Seit zweieinhalb Jahren habe ich eine eigene Wohnung. Es war sehr schwer, etwas zu finden. Aber ich denke immer, dass man alles schafft, wenn man sein Bestes gibt. Welchen Aufenthaltsstatus hast du nach fast fünf Jahren in Berlin. Ich bin einmal abgelehnt worden. Dagegen habe ich Einspruch eingelegt. Darauf habe ich allerdings seit keine Antwort bekommen. Ich warte noch, aber ich hoffe auf eine positive Nachricht. Du wartest also seit über drei Jahren in Ungewissheit auf eine Antwort, ob du hier geduldet bist oder nicht. Hamed: Ja.

Hast du Arbeit. Seit einem Jahr arbeite ich im Sicherheitsbereich. Als Security-Kraft. Existiert dieser Wunsch noch. Hamed: Ich denke immer noch, dass ich das machen möchte. Aber ich muss Geduld haben. Ich muss jetzt arbeiten, weil ich Geld verdienen und Steuern bezahlen möchte. Ich will das immer noch machen, aber jetzt ist nicht die Zeit dafür. Konntest du denn in den vergangenen Jahren trotzdem Dinge tun, die dich deinem Traum ein Stück näherbringen. Hamed: Ich habe tatsächlich viele Menschen kennengelernt, die in der Filmbranche arbeiten. Aber trotzdem möchte ich mich jetzt auf meine Arbeit konzentrieren, auch weil ich gehört habe, dass man leichter ein Aufenthaltsrecht bekommt, wenn man 18 Monate oder zwei Jahre gearbeitet und Steuern bezahlt hat.

Wenn du jetzt eine positive Antwort von der Behörde bekommst, was bedeutet das für dein Aufenthaltsrecht. Hamed: Das kann niemand sagen. Manche bekommen ein einjähriges Aufenthaltsrecht, andere dürfen drei Jahre bleiben. Ein unbefristetes Aufenthaltsrecht bekommt man, glaube ich, frühestens nach acht Jahren. Hast du sie in den vergangenen fünf Jahren sehen können Hamed: Mein Bruder, der im Iran lebt, besucht meine Kinder manchmal. Dann kann ich mit ihnen telefonieren. Aber gesehen habe ich sie seit meiner Flucht leider nicht mehr. Kennst du Menschen, die wieder zurückgegangen sind in die Heimat, weil sie das Warten auf Gewissheit hier nicht aushalten. Hamed: Es gibt viele, die das sehr stresst.

Selbst wenn du alles richtig machst, Deutsch lernst, arbeitest, dich integrierst, die Gesellschaft, die Regeln und Gesetze akzeptierst — du kannst nur abwarten. Ich kenne Menschen, die in andere Länder gegangen sind, nach Italien oder Frankreich.