Digitaler Bergbau

18.9.2021

Wie viel Energie ist Bitcoin-Bergbau?

Digitaler Bergbau

Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen. Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Für ihre Arbeit benötigen die Rechner permanent Energie und werden für deren Einsatz mit neuen Bitcoin belohnt, weswegen ihr Job auch "Mining"genannt wird: schürfen. Je mehr Dollar oder Euro ein Bitcoin wert ist, desto mehr lässt sich mit dem Schürfen verdienen. Allerdings gibt es einen Posten, der den Gewinn schmälert: die Stromkosten. Je höher die sind, desto weniger lohnt sich das Mining.

Deshalb wird vor allem dort geschürft, wo Stromkosten niedrig sind, etwa in China. Und dort, wo der Strom aus fossilen Energiequellen wie Kohle stammt. Das Cambridge Centre for Alternative Finance versucht seit , den Stromverbrauch der Währung zu ermitteln. Dafür beziehen die Forscher eine Reihe von Parametern in ihre Rechnung mit ein. Zum Beispiel die Energieeffizienz der Rechner und den Aufwand, der nötig ist, um die Blockchain fortzuschreiben. Auf das Jahr hochgerechnet, verbrauchen die Rechner den Forschern zufolge aktuell etwa Terawattstunden Strom — etwa ein Viertel des deutschen Stromverbrauchs. Das ist plausibel, der IT-Experte Alex de Vries kommt auf ähnliche Werte. Der Niederländer wertet auf seiner Website digiconomist.

Nach oben Link Link zum Beitrag. Wenn wir davon ausgehen, dass der Bitcoin längere Zeit über Wird der Energieverbrauch des Netzes langfristig weiter steigen? Nach dem derzeitigen Design von Bitcoin hängt dies ganz davon ab, was mit dem Preis von Bitcoin geschieht. Wenn sich der Preis von Bitcoin auf Wenn der Preis von Bitcoin deutlich sinkt, werden die Bitcoin Miner dagegen ihren Aufwand als unrentabel empfinden und beginnen, die weniger effizienten Geräte abzuschalten. Im Moment schätzt Digiconomist, dass Bitcoin weniger als 1 Prozent so viel Energie verbraucht wie die US-Wirtschaft.

Das bedeutet, dass Bitcoins Energieverbrauch den der Vereinigten Staaten übersteigen würde, wenn der Preis von Bitcoin um das fache auf über 1 Million Dollar steigen würde. Kaum jemand hätte damals eine fache Steigerung in den letzten zwei Jahren erwartet - auch, weil die Kryptowährung bereits zuvor bereits massiven Kursschwankungen unterworfen war. Dennoch stehen wir heute an einem Punkt, an dem der wert der Digitalwärhung förmlich explodiert. Der Energiebedarf ist auf die Vorgaben des Erfinders des Bitcoin zurückzuführen, der nur unter dem Pseudonym "Satoshi Nakomoto" bekannt ist. Er musste einen Weg finden, um Doppelausgaben des Digitalgeldes zu verhindern. Beim Papiergeld besteht das Problem nicht, weil jeder Geldschein aus dem Portemonnaie verschwindet, sobald er ausgegeben wurde. Aber bei digitalem Geld könnte jemand die Datei kopieren und den virtuellen Geldschein immer wieder ausgeben.

Als Lösung hat Satoshi für die Kontrolle der Bitcoin-Verwendung und das Schürfen neuer Bitcoins ein Verfahren festgelegt, das auf der Lösung von mathematischen Problemen durch die "Miner" Bergleute beruht. Damit wird in dem Netzwerk auch sichergestellt, dass Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können. Dort stehen riesige Wasserkraftwerke, die einst der Stromversorgung der heute eher brachliegenden russischen Aluminiumproduktion dienten. Laut Maetec ist mit der Standortwahl Sibirien in dreierlei Hinsicht Gutes getan: Beim Mining wird auf Prozent Wasserkraftstrom gesetzt, der zudem kostengünstig ist und die angeschlagene Wirtschaft der Region unterstützt.

Hoffnungen auf eine nachhaltigere Funktionsweise der Blockchain machen auch andere Kryptowährungen, die keinen sogenannten Proof-of-Work-Algorithmus PoW benötigen, durch den Transaktionen verifiziert und Bitcoins generiert werden. Dadurch würden sich die benötigte Rechenleistung und damit der Energiebedarf um ein Vielfaches reduzieren. In Russland, der nach China wichtigsten Mining-Nation, macht vor allem die Bergbaustadt Norilsk nördlich des Polarkreises als neue Bitcoin-Metropole von sich reden. Der Strom von Norilsk Nickel wird hauptsächlich mit Kohle erzeugt, als Reservetreibstoff für die Kraftwerksturbinen dient aber auch Diesel. Als im vergangenen Juni ein Dieseltank zusammenbrach, wurden weite Flächen der Arktis verseucht. Russland rief den Katastrophenzustand aus, der Konzern musste inzwischen zwei Milliarden Dollar Strafe zahlen.

Weiter westlich in Khanty Mansiysk hat Gazprom mit Bitcoin einen Weg gefunden, seine Fracking-Ölquellen wirtschaftlicher auszubeuten. Diese Metapher enthält offenbar mehr Wahrheit als vermutet, denn der Betrieb der Hardware verschlingt ähnlich viel Energie wie Minen für Gold, Platin, Kupfer oder Seltene-Erden-Metalle. Nur Aluminium übertraf das virtuelle Geld: Um das Leichtmetall in einem strom-intensiven Prozess zu gewinnen, sind Megajoule Energie pro Dollar nötig. Über den enormen Energieverbrauch der digitalen Währungen machen sich Fachleute schon lange Sorgen. Die Digiconomist-Analyse eines digitalen "Bitcoin-Bergwerks" in der Inneren Mongolei - wo der Strom aus Kohle-Kraftwerken kommt - schätzt, dass eine Bitcoin Transaktion die gleiche CO2-Bilanz haben könnte, wie der einstündige Flug eines Passagiers mit einer Boeing Optimistischere Analysten setzen darauf, dass schon allein der wirtschaftliche Anreiz, kostengünstige Energie zu nutzen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen wird.

Dort haben Bitcoin-Schürfer eine Vereinbarung mit lokalen Wasserkraftwerken getroffen haben, um an günstige Energie zu kommen", schreibt Garrick Hileman von der Universität Cambridge. Obwohl der Bitcoin erst acht Jahre alt ist, sorgt er jetzt schon für 0,05 bis 0,15 Prozent des globalen Stromverbrauchs. Für eine Dienstleistung, die gerade einmal von drei Millionen Menschen in Anspruch genommen wird, ist der Bitcoin damit erheblich ineffektiver als das bestehende globale Bankensystem. Was passieren kann, wenn Computer und Menschen miteinander kommunizieren, zeigte Stanley Kubrick schon in seinem Film " Odyssee im Weltraum". Der Computer HAL das kleine rote Auge in der Bildmitte wird zum Mörder, als seine Benutzer erwägen, ihn abzuschalten. Zum Glück sind heutige Assistenten wie Siri und Cortana den Menschen freundlicher gesinnt.

Als Apple im Jahr das erste iPad vorstellte, waren Trekkies nicht sonderlich überrascht. Denn so ein Gerät kannten sie bereits aus ihrer Lieblingsserie "Raumschiff Enterprise". Forscher der Universität Cambridge schätzen, dass allein das Schürfen von Bitcoins pro Jahr etwa Terawattstunden Strom verbraucht — etwas mehr als die Niederlande, etwas weniger als Pakistan. Der niederländische Wissenschaftler Alex de Vries beziffert den Energieverbrauch mit Terawattstunden sogar noch höher. Das erfordert enorme Rechenleistung und damit Energie. Und je mehr Miner sich beteiligen, desto höher ist der Stromverbrauch. Dessen Anteil macht aber nur 43 Prozent des Marktwerts aller Kryptowährungen aus. Die Kryptobranche verweist gern darauf, dass sie verstärkt erneuerbare Energien als Quelle nutzt.

Knapp 75 Prozent enthalten eine grüne Beimischung im Energiemix. Sogar bei Big-Tech-Unternehmen wie Google , Youtube oder Netflix fällt die Energiebilanz besser aus, viele von ihnen setzen inzwischen fast komplett auf Grünstrom. So schmutzig die Bitcoin-Produktion auch ist: Die Kryptowelt hat das Problem nicht für sich allein. Das belegen verstörende Fotos, die ein Astronaut aus der Internationalen Raumstation vor einem halben Jahr über dem peruanischen Regenwald aufnahm — eine Region, die sonst fast immer unter einer dichten Wolkendecke liegt. Plötzlich erschienen dort Flüsse wie aus glänzendem Gold, die sich 15 Kilometer ausbreiteten: Es waren die von Zehntausenden von Goldsuchern ausgewaschenen Schürfgruben, in denen sich die Mittagssonne spiegelte.