Hodenhochstand (Kryptorchismus 1/2): Ursachen und Häufigkeit

22.10.2021

Wie haufig ist der Kryptorchidismus beim Menschen?

Hodenhochstand (Kryptorchismus 1/2): Ursachen und Häufigkeit

Hodenhochstand (Kryptorchismus 1/2): Ursachen und Häufigkeit

Als Alternative kann man die Blutkonzentration von Inhibin-B bestimmen. Auch diese Substanz entsteht in bestimmten Hodenzellen und dient daher als Marker für vorhandene Hoden. Wenn die Bluttests normale oder erhöhte Werte an Testosteron beziehungsweise Inhibin-B zeigen, dann kann man davon ausgehen, dass der Patient Hoden hat. Im nächsten Schritt folgt dann die Bauchspiegelung, um die verborgenen Hoden zu finden. Sollten die Bluttests dagegen negativ sein, ist es unwahrscheinlich, dass der Patient Hoden hat. Die Laparoskopie ist ein operatives Verfahren zur Untersuchung des Bauchraums. Dabei führt man über einen kleinen Schnitt in die Bauchdecke das Laparoskop — ein langes, dünnes Rohr mit Kamera — in die Bauchhöhle des Patienten ein.

Eine Spül- und Absaugvorrichtung sorgt dafür, dass der Untersucher klare Sicht hat. Die Laparoskopie ist nicht nur eine Untersuchungsmethode, sondern kann auch genutzt werden um den Hodenhochstand zu beheben. Dafür muss der Operateur allerdings über weitere Schnitte zusätzliche Instrumente in die Bauchhöhle einführen. Die Behandlung eines Hodenhochstandes hat das Ziel, den oder die falsch liegenden Hoden frühzeitig in das Skrotum zu verlagern. So versucht man einerseits das Risiko für spätere Komplikationen zu reduzieren. Andererseits ist er dann tastbar und zukünftig einer körperlichen Untersuchung zugänglich.

Damit der Hoden nicht zu lange einer erhöhten Temperatur ausgesetzt ist, sollte eine Therapie möglichst früh erfolgen und spätestens mit Vollendung des zwölften Lebensmonats abgeschlossen sein. Während der ersten sechs Monate wartet man allerdings ab, da in dieser Zeit der zu hoch liegende Hoden eventuell noch von selbst absteigt. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Behandlungsansätze. Bei der konservativen Therapie versucht man einen Hodenabstieg mithilfe bestimmter Hormone zu erreichen. In manchen Fällen gelingt der Hodenabstieg, indem man dem Patienten spezielle Hormone verabreicht. Man setzt Botenstoffe ein, die auch für den natürlichen Hodenabstieg während der Schwangerschaft verantwortlich sind: GnRH und HCG. Der behandelnde Arzt kann die Hormone jeweils einzeln oder in Kombination geben.

GnRH gibt es als Nasenspray, HCG nur als Spritze. Je näher ein Hoden am Skrotum liegt, desto wahrscheinlicher gelingt die Hormontherapie. Nur bei jedem fünften Patienten erreicht man einen Hodenabstieg, wobei sich die beiden Hormone in ihrer Wirksamkeit kaum unterscheiden. Zudem ist diese Therapieform mit einigen Nebenwirkungen verbunden. Allerdings ist die chirurgische Verlagerung eines falsch liegenden Hodens anspruchsvoll. Der Operateur sollte deshalb über ausreichende Erfahrung mit diesem Eingriff verfügen. Je nach Lage des Hodens, kommen grundsätzlich zwei verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz: die offene und die laparoskopische OP.

Ein Bauchhoden lässt er sich mit dem Laparoskop nicht nur erkennen, sondern gleich auch operieren. Liegt er relativ nah am Leistenkanal, kann man ihn sofort freilegen und über den Leistenkanal in den Hodensack verlegen laparoskopische Orchidopexie. Sollte er sich weiter als drei Zentimeter vom Leistenkanal entfernt befinden, führt man die Operation gewöhnlich in zwei Schritten durch. Zunächst werden Hoden und Samenstrang nur aus dem umgebenden Gewebe befreit. Sollte sich während der Untersuchung herausstellen, dass ein Hoden fehlt, zum Beispiel wenn der Samenstrang blind endet, bricht man die Laparoskopie ab. Ist ein hochstehender Hoden tastbar oder bei der Ultraschalluntersuchung in der Leiste zu erkennen, folgt in der Regel eine offene Operation über die Leiste inguinal.

Der Arzt macht einen kleinen Schnitt im Bereich der Bauchfalte und legt den Leisten- beziehungsweise Gleithoden und den zugehörigen Samenstrang frei. Deshalb kommt es vor allem bei Frühgeburten zum Kryptorchismus. Es gibt einige unterschiedliche Ursachen für den Kryptorchismus. Heute ist bekannt, dass bestimmte Faktoren in der Schwangerschaft einen Kryptorchismus begünstigen. Dazu zählen vor allem Frühgeburten, da dann die Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig abgeschlossen werden konnte. Aber auch bei einer Beckenendlage ist das Risiko für eine Lageranomalie der Hoden deutlich erhöht. Auch wurde beobachtet, dass ein niedriges Geburtsgewicht des Säuglings häufig einen Kryptorchismus begünstigt. Daneben spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.

Gab es in der Familie bereits Fälle von Kryptorchismus, ist das Risiko für die Nachkommen deutlich höher, ebenfalls diese Fehlbildung zu erleiden. Inzwischen geht man auch davon aus, dass die Einnahme bestimmter Schmerzmittel während der Schwangerschaft für einen Kryptorchismus verantwortlich sein kann. Dazu zählen Schmerzmittel der Wirkstoffgruppe Analgetika. Vorsorglich sollten deshalb solche Präparate in der Schwangerschaft vermieden werden. Die Symptome von Kryptorchismus zeigen sich vor allem auf dem optischen Weg. Während der Fötus das ungeborene Baby wächst, wandern die Hoden nach unten in den Hodensack. Dieser Vorgang wird gewöhnlich vor der Geburt abgeschlossen.

Kryptorchismus ist die häufigste Ursache für einen Hoden, der sich nicht im Hodensack befindet, obwohl es auch sein kann, dass sich der Hoden überhaupt nicht gebildet hat. Die Ursachen von Kryptorchismus sind nicht hinreichend bekannt, es ist jedoch wahrscheinlich, dass viele Faktoren zusammenkommen und diese Erkrankung gemeinsam verursachen. Personen mit einem unbehandelten Hodenhochstand haben ein erhöhtes Risiko, Hodenkrebs zu entwickeln. Das häufigste Symptom ist ein Hodensack, der einen oder beide Hoden nicht enthält. Eine frühe Orchidopexie kann die histopathologischen Veränderungen verhindern. Je höher der Hodenhochstand, desto wahrscheinlicher sind die Nebenhodenfehlbildungen: z. Nebenhodenelongation bis zu komplexeren Fusionsstörungen, komplette Trennung Hoden-Nebenhoden bis zu fehlenden Nebenhodenstrukturen. Wahrscheinlich entstehen die Nebenhodenfehlbildungen durch die gleichen Mechanismen wie der Kryptorchismus.

Ausländische Staatsfonds: Gefährliche Investoren? - deine zahlungsmethode wird im app store oder itunes store abgelehnt. Wahrscheinlich ist eine testikuläre Dysgenesie, da auch der kontralaterale orthotope Hoden das gleiche hohe Malignitätsrisiko aufweist. Je höher die Hodenlokalisation, desto höher das Malignitätsrisiko. Die Tumoren entstehen in der Regel nach der Pubertät. Die Hodenbiopsie zum Zeitpunkt der Orchidopexie kann das Tumorrisiko nicht einschätzen. Unter dem Gesichtspunkt einer späteren Fertilitätsstörung ist der Therapiezeitpunkt, insbesondere bei Jungen mit bilateralem Hodenhochstand, besonders wichtig, weil die Fertilitätsstörung nicht durch den normalen kontralateralen Hoden kompensiert werden kann.

Epidemiologische Langzeituntersuchungen ergaben, dass bei bilateralem Hodenhochstand die spätere Fertilität deutlich eingeschränkt ist, sowohl gemessen an der Zahl der Samenzellen im Spermiogramm als auch hinsichtlich der Rate der eingetretenen Vaterschaft 2 , 5 , 6. Während bei unilateralem Maldescensus testis eine Vaterschaft in etwa 90 Prozent der Fälle erreicht wird und damit statistische Unterschiede zu einem Normalkollektiv nicht nachweisbar sind 6 , sinkt die Vaterschaftsrate nach bilateralem Maldescensus testis auf etwa 60 Prozent 5. Diese Untersuchungen beziehen sich dabei zum Teil auf Patientenkollektive, die nach heutigen Erkenntnissen nicht zeitgerecht bis zum Ende des zweiten Lebensjahres operiert wurden.

Besonders Kinder mit bilateralem Hodenhochstand profitieren hinsichtlich einer Fertilitätsverbesserung von einer zeitgerechten Operation. Obwohl nur geringe Erfolgsaussichten für eine Hormontherapie nach dem zweiten Lebensjahr bestehen und eine operative Therapie auf diese Weise weiter verzögert wird, waren 26 von 35 vorbehandelten Kindern älter als zwei Jahre. Die Untersuchung belegt, dass bei der zeitlichen Therapieplanung des Maldescensus testis noch erheblicher Aufklärungsbedarf besteht. Manuskript eingereicht: Barthold JS, Gonzales R: The epidemiology of congenital cryptorchidism, testicular ascent and orchiopexy.

J Urol ; — Cortes D, Thorup JM, Visfeldt J: Cryptorchidism: aspects of fertility and neoplasms. A study including data of 1, consecutive boys who underwent testicular biopsy simultaneously with surgery for cryptorchidism. Horm Res ; 21— Hadziselimovic F, Herzog H: Hodenerkrankungen im Kindesalter. Stuttgart: Hippokrates-Verlag Herrinton LJ, Zhao W, Husson G: Management of cryptorchidism and risk of testicular cancer.