Digitales Zentralbankgeld: vom Bitcoin zum digitalen Euro

22.10.2021

Sind Cryptocurrency-Central Bank Digital Wahrungen

Digitales Zentralbankgeld: vom Bitcoin zum digitalen Euro

Digitales Zentralbankgeld: vom Bitcoin zum digitalen Euro


Der Wholesale-CBDC wird unter den Zentralbanken als der beliebteste Vorschlag angesehen, da er das Potenzial hat, die bestehenden Wholesale-Finanzsysteme schneller, kostengünstiger und sicherer zu machen. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ teilt die Ansicht, dass ein Wholesale-CBDC den Zahlungsverkehrs- und Abwicklungssystemen zugutekommen könnte. Ein Retail-CBDC wird für die breite Öffentlichkeit ausgegeben. Vielfach qualifizieren sich Stablecoins damit als E-Geld. Eine vollkommen neue Dimension erreichen Stablecoins, wenn sie von Unternehmen mit globaler Reichweite emittiert werden sog. Global Stablecoins. Besonderes Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang die von Facebook initiierte Kryptowährung Diem ursprünglich Libra.

Vor allem die enorme Nutzerbasis von Facebook weckte in Politikern, Regulatoren und Zentralbanken die Befürchtung einer raschen, grenzüberschreitenden Massenadaption bis hin zur Substitution staatlicher Währungen. Der Emittent eines Global Stablecoins erhält zwangsläufig Verfügungsgewalt über signifikante Geldmengen bzw. Staatsanleihen, mit denen er seinen Stablecoin abdeckt. Dies verleiht ihm einen kritischen Einfluss und birgt Risiken für die Währungssouveränität ganzer Nationen und ihre Finanzstabilität. Systemstörungen — ob technischer, ökonomischer oder sonstiger Natur — hätten überdies weitreichende Implikationen für den Zahlungsverkehr.

Zudem erlangt der Emittent sensible Informationen über das Zahlungsverhalten seiner Nutzer, womit datenschutzrechtliche Bedenken aufkommen. Um diese systemrelevanten Risiken abzufangen, wird einerseits international an Sonderregelungen für Global Stablecoins gearbeitet vgl. Report des Financial Stability Boards FSB und der Entwurf der Europäischen Kommission zur Verordnung über die Regulierung von Kryptomärkten MiCA. Müssten sie stattdessen digitales Zentralbankgeld für ihre Kunden beschaffen, hätten sie dafür bei konventioneller Geldpolitik den vollen Hauptrefinanzierungssatz zu tragen. Im Falle von negativem Einlagesatz und Überschussreserven durch quantitative Lockerung würden Geschäftsbanken allerdings von der Auszahlung von CBDC profitieren. Der Bundesverband deutscher Banken sieht die Einführung von Digitalem Zentralbankgeld für alle Bürger mittelfristig als unvermeidbar an.

Insbesondere führt er die drohende Konkurrenz globaler Stablecoins von Unternehmen mit hoher Nutzerzahl wie Facebook oder Google an. Ferner sei die Programmierung von Zahlungsabläufen mittels Smart Contracts eine notwendige Innovation. Der Bundesverband plädiert jedoch für eine Nutzung von CBDC vornehmlich als Zahlungsmittel und nicht zur Wertaufbewahrung. Quantitativ ist ihr Einfluss aber immer noch relativ klein. Dennoch hat sich mit Bitcoin trotz Problemen ein paralleles privates Zahlungssystem entwickelt, das in den letzten Jahren immer mehr Zuspruch erfahren hat. Möglicherweise könnten Kryptowährungen auch im Falle systemischer Probleme von Fiat-Währungen eine besondere Relevanz gewinnen.

Dagegen handelt es sich bei Libra — trotz allen intensiven technologie-affinen Marketings — um ein vergleichsweise konventionelles Finanzprodukt, das eng mit dem bestehenden Finanzsystem verbunden ist. Insbesondere sollen Bankdepositen eine Reserverolle für Libra spielen, ähnlich den Zentralbankreserven für die Bankdepositen. Das derzeitige zweistufige Geldsystem würde durch Libra zu einem dreistufigen Geldsystem erweitert. Diese Nähe von Libra zu konventionellen Finanzprodukten wirft damit auch vielfältige geldpolitische und regulatorische Fragen auf. Insbesondere ist es unabdingbar, dass Libra wie vergleichbare Bankprodukte behandelt und reguliert wird. Von der Libra Association wurde zudem die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass von der Notenbank angebotene CBDC, etwa eine von der Europäischen Zentralbank angebotene Euro-CBDC, zukünftig in das Libra-System integriert werden können.

Eine solche Libra auf Basis einer CBDC wäre ein sehr enges Substitut nicht nur zu Bankdepositen, sondern auch zu Bargeld. Da vollständig durch Zentralbankgeld hinterlegt, wäre das Libra-System faktisch ein Vollgeldsystem. Allerdings ist derzeit nicht absehbar, ob Zentralbanker diese Ausgestaltung in der Praxis unterstützen würden. Sollten Notenbanken CBDC als digitales Bargeld anbieten, ist eine breite Nutzung als Zahlungsmittel zu erwarten. Insbesondere würden CBDC wohl auch als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Allerdings ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar, wann es zu einem solchen Angebot kommen wird.

Im Fall der Europäischen Zentralbank scheint eine CBDC-Einführung laut EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch aufgrund der weiterhin wichtigen Stellung von Bargeld in naher Zukunft unwahrscheinlich EZB, b. Boar, D. Holden und A. Wadsworth , Impending Arrival — a Sequel to the Survey on Central Bank Digital Currency, BIS Papers , August Mai EZB b , An ECB Digital Currency — a Flight of Fancy. In Österreich kaufen Kunden auch Prepaid-Karten für Kryptowährungen am Postschalter. Eine aktuelle Studie von PwC zeigt, dass deutsche Finanzdienstleister wenig Lust auf eine Pionierrolle haben. Die meisten warten ab und behalten die Konkurrenz im Auge. Kryptowährung In Chf – Krypto wann kaufen wann verkaufen?: krypto zu krypto steuern.

Über die Analyse von Investoren-Risikoprofil und Produktrisiko bewusster in Kryptowährungen investieren. Einige Beobachter haben die Menetekel auch schon im Klartext gedeutet. Darüber, ob das jetzt unbedingt etwas Gutes bedeutet, besteht bisher keine Einigkeit. Kritiker des digitalen Euros sehen darin eine unmittelbare Bedrohung für die europäische FinTech-Szene, aber auch für konventionelles Bankwesen. Einige Experten befürchten, die Einführung des digitalen Euro würde Billionen Engl. Konventionelle Banken der Eurozone würden diese billige und zuverlässige Finanzierungsquelle und die resultierende Wertschöpfung verlieren. Die Geschäftsbanken würden gegenüber der EZB den Kürzeren ziehen, ob nun Big-Tech sie herausquetscht oder die EZB ihre Einlagen nimmt. BofA Securities warnt, dass die Banken der Eurozone zum "Kollateralschäden" einer EZB-Entscheidung zur Einführung eines digitalen Euro werden könnten.

Doch auch FinTechs müssen sich warm anziehen. Lesetipp : DLT - FAQ Distributed Ledger Technology. Jede Aktivität kann dabei aufgezeichnet werden, und je nach den definierten Zielen und Design-Entscheidungen bezüglich der Bereitstellung von Information, als wer wie viele Informationen einsehen darf, für die jeweilig Beteiligten vertrauenswürdig bereitgestellt werden. Ideal also für dynamische Daten, wie in der Konstellation zwischen Zentralbanken und Unternehmen oder natürlichen Personen für die Transparenz hinsichtlich Compliance.

CBDC muss am Ende aber auch flexibel genug gestaltet werden, um den Ansprüchen unterschiedlicher Stakeholder zu genügen. Dabei kann das Ziel auch einen gewissen Grad an Anonymität von Vorgängen bedeuten. Der dezentrale Gedanke einer Plattform für CBDC wird aber erst durch die Implementierung von DLT zum Leben erweckt. Der Plattformgedanke durch DLT ermöglicht es, für agile Geschäftsmodelle und Transaktionen der Zukunft aufgestellt zu sein. Auch wenn fast alle Zentralbanken gerade noch mit Piloten die Einführung von CBDC testen, so zeigen erste Anwendungsfälle von Unternehmensseite die Stärken und Vorteile von DLT-Plattformen. Dafür ist ein gemeinsames Governance-Gerüst notwendig. Im Wesentlichen verfügen DLTs bereits über ein technisches Regelwerk, bei dem die verschiedenen Parteien in den Prozess zum Aufbau und Betrieb des DLT-Netzwerks eingebunden sind.

Das Interesse und die Projekte um CBDC sind ein prominentes Beispiel und ein Beleg für dafür, dass die Distributed-Ledger-Technologie nicht mehr in den Kinderschuhen steckt und sich zu einer ernst zu nehmenden Technologie entwickelt hat. Wer sich jetzt mit dem Potenzial und dem Ökosystem von dezentralen Systemen und Multiparty-Lösungen wie DLT befasst, kann proaktiv Wertschöpfungsmöglichkeiten sowie Partnerschaften mit Technologie- und Geschäftspartnern entdecken. Unternehmen, Banken und Finanzinstitutionen müssen sich rechtzeitig vorbereiten, um auf den Einzug von DLT und der daraus resultierenden Geschäftstransformation gewachsen zu sein, einen Wettbewerbsvorteil zu kreieren und nicht in eine reaktive Marktposition zu verfallen.

Aktuelle Artikel im Überblick:. Kompatibilitätsmodus deaktivieren Word. Prüfen mit der WENN-DANN-Funktion Excel. Repeat nutzen Youtube. Updates manuell durchführen Ubuntu Linux. Product Key ändern Windows Die Notenbanken mit ihrem alleinigen Recht zum Druck von Banknoten und zum Prägen von Münzen bekamen durch das Währungsmonopol auch Hebel an die Hand, um Geldpolitik zu betreiben, etwa im Hinblick auf Inflationsbekämpfung. Kryptowährungen, angeführt von Bitcoin BTC , hingegen sind in ihrem Konzept zumeist davon angetrieben, sich dezentralisiert selbst zu regulieren. Das mahnende Beispiel der globalen Finanzkrise von vor Augen, die auch das Bankensystem an den Rande eines totalen Crash führte, versprechen BTC und Co.

Währungen, die vor dem Einfluss von Geldpolitik gefeit sind. Dieser Ansatz findet mehr und mehr Anhänger. Die mächtigen Notenbanken verfolgten das Geschehen zunächst eher halbherzig und beschränkten sich darauf, davor zu warnen, dass Kryptowährungen Geldwäsche und illegale Transaktionen erleichtern.