Anfallserkrankungen

23.10.2021

Kryptogene Anfalle Symptome.

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Dauer 2 x Sitzungs-Cookies 1 x dauerhaftes Cookie: 10 Jahre 1 x dauerhaftes Cookie: 1 Jahr 10 years HTTP. Speichern und Akzeptieren. Rolando-Epilepsie oder benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen Spikes BECTS. Ambulantes EEG kann durchgeführt werden, während Patienten zu Hause sind. Es kann nützlich sein, wenn Krampfanfälle bei Patienten auftreten, die längere Zeit nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden können. Wenn die chirurgische Resektion von Bereichen mit Epilepsieherden erwogen wird, sind moderne bildgebende Untersuchungen zur Identifikation solcher Bereiche in Epilepsie-Zentren verfügbar:.

Die funktionelle MRT kann funktionierende Kortexanteile identifizieren und die chirurgische Resektion leiten. Identifizieren EEG und MRT nicht eindeutig den Epilepsieherd, lässt sich die Läsion mithilfe der Magnetoenzephalographie mit EEG sog. Einzelphotonenemissions-CT SPECT während des iktalen Zeitraums kann eine erhöhte Perfusion im Anfallsherd erkennen und helfen, den Bereich zu lokalisieren, der chirurgisch entfernt werden soll. Weil eine Kontrastmittelinjektion zum Zeitpunkt des Krampfanfalls erforderlich ist, müssen die Patienten für ein kontinuierliches Video-EEG-Monitoring aufgenommen werden, wenn die SPECT während des periiktalen Zeitraums erfolgt. Neuropsychologische Tests können dazu beitragen, funktionelle Defizite vor und nach der Operation festzustellen und die soziale und psychologische Prognose sowie die Aufnahmefähigkeit für die Rehabilitation vorherzusagen.

Epileptische Anfälle gelten als aufgelöst, wenn Patienten für 10 Jahre anfallsfrei gewesen sind und keine Anti-Epileptika für die letzten 5 Jahre dieser Zeit eingenommen haben. Die optimale Behandlung von Anfällen besteht, wann immer möglich, in der Ursachenbeseitigung. Wenn die Ursache nicht behoben oder identifiziert werden kann, sind häufig Anti-Epileptika notwendig, besonders nach einem zweiten Anfall. Der Nutzen von Anti-Epileptika nach einem einzigen Anfall wird kontrovers diskutiert, und Risiko und Nutzen sollten mit dem Patienten eingehend besprochen werden. Weil das Risiko eines nachfolgenden Krampfanfalls gering ist, können Arzneimittel zurückgehalten werden, bis ein zweiter Anfall auftritt; dies gilt v.

Bei Kindern verursachen bestimmte Anti-Epileptika bedeutende Verhaltens- und Lernprobleme. Während eines generalisierten tonisch-klonischen Krampfanfalls sollten Verletzungen durch Lockern der Kleidung um den Nacken und Platzierung eines Kissens unter dem Kopf möglichst vermieden werden. Der Versuch, die Zunge zu schützen, ist vergebens und dürfte eher die Zähne des Patienten oder die Finger des Helfers schädigen. Die Patienten sollten auf die linke Seite gedreht werden, um eine Aspiration zu verhindern. Bis die Anfälle unter Kontrolle sind, sollte der Patient von Aktivitäten ferngehalten werden, bei denen der Bewusstseinsverlust lebensbedrohlich sein könnte z. Autofahren, Schwimmen, Klettern, Bedienen von Maschinen, Wannenbäder.

Badeaufsicht gesorgt ist. Die Patienten sollten ermutigt werden, ein normales Leben zu führen, inkl. Sport und gesellschaftliche Aktivitäten. In wenigen Staaten müssen Ärzte über Patienten mit Anfällen an die Führerscheinstelle berichten. Jedoch ist in den meisten Staaten das Autofahren erlaubt, nachdem die Patienten 6 Monate bis 1 Jahr lang anfallsfrei waren Anm. Die Patienten sollten angewiesen werden, Kokain und einige andere illegale Drogen z. Wie teuer war ein Bitcoin am Anfang? - Der Bitcoin in der Kurshistorie: online. Phencyclidin, Amphetamine , die Krampfanfälle auslösen können, zu meiden und auf Alkohol zu verzichten.

Einige Medikamente z. Haloperidol , Phenothiazin können die Krampfschwelle erniedrigen und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Den Familienangehörigen muss ein vernünftiger Umgang mit den Patienten vermittelt werden. Überprotektion sollte durch einfühlsame Unterstützung ersetzt werden, die negative Gefühle z. Minderwertigkeitsgefühle oder Gehemmtheit reduziert; einer Invalidisierung sollte vorgebeugt werden. Institutionelle Pflege ist selten empfehlenswert und sollte Patienten vorbehalten bleiben, die schwer kognitiv beeinträchtigt sind, und Patienten mit Krampfanfällen, die trotz medikamentöser Behandlung so häufig und heftig sind, dass die Patienten nicht für sich selbst sorgen können.

Eine endotracheale Intubation wird notwendig bei jedem Hinweis auf eine Behinderung der Atemwege. Je früher die Therapie mit Anti-Epileptika begonnen wird, desto leichter lassen sich die Krampfanfälle kontrollieren. Ein i. Manchmal sind höhere Dosen erforderlich. Nach der Lorazepam -Gabe ist ein zweites, länger wirksames Anti-Epileptika angezeigt. Es besteht keine konsens- oder evidenzbasierte Leitlinie, die angibt, welches länger wirksame Medikamente zu bevorzugen ist. Viele Experten wählen eines der Folgenden:. Die Dosis von Fosphenytoin wird in Phenytoin äquivalenten PE angegeben. Levetiracetam bis mg i. Sollte kein i. Krampfanfälle, die nach Gabe von Lorazepam und Phenytoin oder eines anderen zweiten Anti-Epileptika persistieren, definieren einen refraktären Status epilepticus.

Wenn der Status epilepticus noch nicht sistiert, sind an diesem Punkt eine Intubation und eine Allgemeinanästhesie notwendig. Inhalationsanästhetika werden selten eingesetzt. Nach der initialen Behandlung muss die Ursache des Status epilepticus identifiziert und behandelt werden. Eine medikamentöse Anfallsprophylaxe erfolgt, wenn eine Kopfverletzung erhebliche strukturelle Schäden verursacht z. Denn nicht jede Arbeit kann mit Epilepsie verrichtet werden. Die Behandlung mit homöopathischen Arzneien kann sich positiv auf den Verlauf einer Epilepsie auswirken. Vor Beginn der Therapie sollten allerdings eine klare schulmedizinische Diagnostik sowie die Klassifikation der epileptischen Erkrankung erfolgen. Denn nicht in jedem Fall ist die Gabe von homöopathischen Medikamenten sinnvoll.

Jedoch konnte beispielsweise bei der Behandlung von Kindern, die an epileptischen Anfällen litten, häufig eine Besserung erzielt werden. Diese homöopathischen Mittel werden unter anderem bei Epilepsie empfohlen:. Krankheiten entstehen aus Sicht der chinesischen Medizin häufig durch Blockaden der sogenannten Energieleitbahnen. Daher ist eines der Behandlungsziele in der Akupunktur die Auflösung dieser Störungen. Eine Therapie durch Akupunktur kann laut Deutscher Akupunktur Gesellschaft auch bei neurologischen Erkrankungen wie beispielsweise zerebralen Anfallsleiden hilfreich sein. Die Behandlung der Epilepsie sollte durch einen erfahrenen Akupunkteur und in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Sehr oft tritt Epilepsie schon bei Kindern und Jugendlichen auf. In dieser Altersgruppe zählt das Leiden zu den häufigsten Krankheiten des zentralen Nervensystems. Jährlich sind deutschlandweit etwa 50 von Zudem ist es wichtig, auf eine gesunde Lebensführung zu achten. Oftmals wird ein Anfall durch bestimmte Reize ausgelöst. Das können Schlafmangel, bestimmte Geräusche oder flackerndes Licht sein. Diese negativen Einflüsse sollten künftig gemieden werden. Sorgen, die Erkrankung könne die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, sind meist unbegründet. Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD englisch steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems.

An einer Epilepsie erkrankt zu sein, bedeutet, an plötzlich beginnenden und kurzzeitigen Funktionsstörungen des Gehirns mit anfallartig auftretenden Muskelkrämpfen und Bewusstseinsstörungen zu leiden. Der erste Krampfanfall muss nicht mit Epilepsie gleichbedeutend sein. Besonders Auslöser wie Fieberkrämpfe im Kleinkindalter können einen Gelegenheitsanfall begünstigen. Experten sprechen erst von Epilepsie, wenn ein Mensch ohne ersichtlichen Grund mindestens 2 epileptische Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden hat. Epilepsiesyndrom vorliegen, wenn sich die Anfallsmerkmale in ein bereits existierendes Krankheitsbild eingliedern lassen. Dabei zeigt sich eine deutliche Altersverteilung: Besonders häufig ist Epilepsie in den ersten Lebensjahren und dann ab dem Die Erkrankung kann jedoch in jedem Alter auftreten.

Ein epileptischer Anfall tritt plötzlich auf und klingt in der Regel nach wenigen Sekunden oder Minuten wieder ab. Die Formen unterscheiden sich darin, ob das gesamte Gehirn oder nur einzelne Hirnregionen betroffen sind. Zudem existieren zahlreiche Unterformen. Die Folgen können zwischen einem kurzzeitigen Bewusstseinsverlust, dem leichten Zucken einer Extremität, bis hin zu einem unkontrollierten Krampfanfall variieren. Bei einem generalisierten Anfall ist das gesamte Gehirn betroffen. Gleichzeitig wird der Betroffene bewusstlos. Damit können bläuliche Hautverfärbungen, Einnässen und Speichelaustritt sowie Bissverletzungen an der Zunge einhergehen. Viele Patienten brauchen nach einem Anfall eine längere Erholungszeit oder Schlaf und klagen über Gedächtnislücken.

Dann wird der Arzt Nutzen und Risiken einer Epilepsie-Behandlung besonders sorgfältig gegeneinander abwägen. Den meisten Epilepsie-Patienten hilft eine medikamentöse Behandlung, ein anfallsfreies Leben zu führen. Eingesetzt werden sogenannte Antiepileptika. Damit können sie das Risiko für einen Krampfanfall senken. Gegen die Ursache der Epilepsie können die Medikamente aber nichts ausrichten. Das bedeutet: Antiepileptika wirken nur symptomatisch, können Epilepsie aber nicht heilen. Als Antiepileptika werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt, zum Beispiel Levetiracetam oder Valproinsäure. Der Arzt wird für jeden Patienten einen Wirkstoff auswählen, der im konkreten Fall vermutlich am besten wirkt. Dabei spielt die Art der Anfälle beziehungsweise die Form der Epilepsie eine wichtige Rolle. Das Ziel ist, dass die Behandlung weitere Anfälle verhindert oder der Zahl zumindest reduziert.

Gleichzeitig soll das Medikament keine oder nur erträgliche Nebenwirkungen verursachen. In der Regel verschreibt der Arzt bei Epilepsie nur ein einziges Antiepileptikum Monotherapie. Wenn dieses Medikament nicht die gewünschte Wirkung zeigt oder starke Nebenwirkungen verursacht, kann der Arzt den Patienten versuchsweise auf ein anderes Präparat umstellen. Manchmal müssen auch mehrere Präparate ausprobiert werden, bis das individuell "beste" Antiepileptikum gefunden wird. Bei manchen Patienten lässt sich die Epilepsie mit einer Monotherapie nicht ausreichend in den Griff bekommen. Dann kann der Arzt zwei oder mehr Antiepileptika verschreiben. Eine solche Kombinationstherapie wird sorgfältig geplant und überwacht. Denn allgemein gilt: Je mehr verschiedene Medikamente jemand einnimmt, desto eher kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.

Auch das Risiko für Nebenwirkungen kann ansteigen. Die Epilepsie-Medikamente werden oft als Tablette, Kapsel oder Saft eingenommen. Manche können auch als Spritze, Infusion oder Zäpfchen verabreicht werden. Es ist also sehr wichtig, sich genau an die entsprechenden Anweisungen des Arztes zu halten. Antiepileptika werden meist über mehrere Jahre eingenommen. Wenn dank Behandlung längere Zeit keine epileptischen Anfälle mehr aufgetreten sind, können Patienten in manchen Fällen in Ansprache mit dem Arzt versuchen, das Medikament abzusetzen.

Das darf aber nicht abrupt geschehen. Stattdessen sollte die Dosierung, wie vom Arzt empfohlen, schrittweise verringert werden. Bei manchen Patienten kehren die epileptischen Anfälle dann zurück teilweise auch erst nach Monaten oder Jahren. Dann müssen die Epilepsie-Medikamente wieder eingenommen werden. Andere Patienten bleiben auch nach dem Absetzen der Antiepileptika dauerhaft anfallsfrei. Vorhersagen lässt sich das im Einzelfall nicht. Der behandelnde Arzt kann nur anhand der individuellen Situation des Patienten einschätzen, wie hoch das Anfallsrisiko ohne Medikamente ist.

In Deutschland wären demnach etwa Die Inzidenz, also die Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr, wird für Deutschland auf rund Bei den Ursachen der Epilepsie muss zwischen zwei Faktoren unterschieden werden. Zum Einen gibt es Einflüsse, die die Bereitschaft zu epileptischen Anfällen sogenannte Epileptogenität erhöhen; des Weiteren Auslöser, die epileptische Anfälle triggern. Eine idiopathische Epilepsie ist auf keine bislang erkennbare Ursache zurückzuführen. Diskutiert werden polygene Schädigungen des Erbguts. Deshalb sprechen Wissenschaftler bei der idiopathischen Epilepsie auch von genetischer Epilepsie. Idiopathische bzw. Symptomatische Epilepsie ist häufig auf eine pathologische Veränderung im Gehirn zurückzuführen. Akute Hirnerkrankungen sind beispielsweise Hirntumore oder Metastasen, Schädel-Hirn-Traumata, intrazerebrale Blutungen, Hirninfarkte oder Gehirnabszesse.

Ebenso kann eine perinatale Hirnschädigung, oft infolge von Sauerstoffmangel während des Geburtsvorgangs, eine Epilepsie verursachen. Strukturelle Veränderungen, die eine Epilepsie begünstigen, sind unter anderem feinstrukturelle neuronale Veränderungen, Narben und Fehlbildungen von Hirngewebe. Dazu gehören beispielsweise fokale kortikale Dysplasie, Polymikrogyrie der kortikalen Neurone, Enzephalozele oder Hippokampussklerose. Stoffwechselbedingte Epilepsie kann beispielsweise auf erhöhte Kalziumkonzentrationen im Blut im Rahmen von Hyperparathyreoidismus zurückzuführen sein. Weitere mögliche metabolische Ursachen sind unter anderem:. Als infektiöse Ursache von Epilepsie kommen Enzephaltitiden beispielsweise durch Herpesviren, Meningokokken oder Hepatitis-C-Virus zerebrale Autoimmuninfektionen, Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME-Virus oder Lyme-Borreliose Borrelia burgdorferi in Betracht.

Vaskuläre Veränderungen, die die Epilepsieneigung erhöhen, sind beispielsweise Hirnvenenthrombosen, zentrale arteriovenöse Malformationen, Aneurysmen, Hämangiome oder zerebrale Arteriosklerose. Bei kryptogener Epilepsie ist die Ursache unbekannt bzw. Anders als bei der idiopathischen Epilepsie geht man bei kryptogener Epilepsie trotz fehlendem Befund von einer zerebralen Schädigung aus. Epileptische Anfälle werden häufig durch bestimmte Situationen oder Faktoren getriggert. Dabei unterscheidet man substanzabhängige und situationsabhängige Triggerfaktoren sowie Einflüsse im Rahmen anderer Erkrankungen. Substanzabhängige Trigger sind vor allem Alkohol und Drogen. Alkohol ist dabei die häufigste anfallsauslösende Substanz im Erwachsenenalter.

Dabei sind Fieberkrämpfe und einzelne unprovozierte Anfälle nicht mit eingerechnet. Rechnet man bis zum Lebensjahr alle Epilepsien zusammen, kommt man auf eine Häufigkeit von etwa 3,4 Prozent. Im frühen Kindesalter überwiegen dabei die Epilepsien mit generalisierten Anfällen generalisierte Epilepsien , während im Erwachsenenalter Epilepsien mit fokalen Anfällen dominieren, die sich teilweise zu generalisierten Anfällen entwickeln können. Lassen sich für eine Epilepsie keine hirnorganischen oder metabolischen Ursachen finden, so sprach man früher auch von genuiner Epilepsie , bei identifizierbaren Ursachen von symptomatischer Epilepsie. Für beide Erkrankungsgruppen und auch für sog. Gelegenheitsanfälle siehe Abschnitt Epidemiologie lässt sich eine genetische Disposition feststellen.

Obwohl das Wissen über die Entstehung von Epilepsien in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat, sind die Zusammenhänge noch immer nicht vollständig geklärt. So nimmt man an, dass ein Ungleichgewicht von Erregung und Hemmung in diesen neuronalen Netzen epileptische Anfälle entstehen lässt. Verstärkte Erregung oder verminderte Hemmung können sowohl durch Veränderungen in den Membraneigenschaften der Nervenzellen als auch in der Erregungsübertragung von Nervenzelle zu Nervenzelle durch die Überträgersubstanzen Neurotransmitter bewirkt werden.

So können sich Defekte in den Ionenkanälen für Natrium- und Calciumionen an der Entstehung und Ausbreitung von Anfallsentladungen beteiligen. Als erregende Neurotransmitter sind die Aminosäuren Glutamat und Aspartat beteiligt, die über eine Bindung an NMDA- oder AMPA-Rezeptoren Ionenkanäle öffnen. Gamma-Aminobuttersäure GABA stellt als hemmender Überträgerstoff sozusagen den Gegenspieler dar. Defekte in der Biosynthese , gesteigerter Abbau oder Hemmung der Rezeptoren GABA-Rezeptoren können ebenfalls zum Anfallsgeschehen beitragen. Die zentral hemmende Wirkung einiger Neuropeptide , wie beispielsweise Neuropeptid Y und Galanin , wird als körpereigener Mechanismus der Verhütung epileptischer Krämpfe diskutiert.

Die Mechanismen, die dazu führen, dass aus einzelnen Anfällen eine Epilepsie entsteht, sind weitaus komplexer und noch unbekannt. Da die Mehrzahl der Anfälle Einzelereignisse bleiben, scheinen sie nicht zwangsläufig epilepsieauslösende Veränderungen zu verursachen. Allerdings hat das tierexperimentelle Modell des Kindling auch die Vorstellung zur Entstehung von Epilepsien beim Menschen geprägt. Klinische Untersuchungen über den Abstand zwischen den Anfällen zu Beginn einer Epilepsie konnten allerdings zumindest nicht einheitlich zeigen, dass sich die Intervalle verkürzen, weil ein Anfall den nächsten bahnt. In einigen wenigen Fällen wurde durch Stammbäume und molekulargenetische Untersuchungen nicht nur ein Vererbungsmodus, sondern sogar ein Genort für die mutierten Gene festgestellt.

Einen Überblick gibt die Tabelle. Als veränderte Genprodukte konnten zum Beispiel spannungsabhängige Kanäle für Natrium-Ionen oder Rezeptoren von Neurotransmittern identifiziert werden. Beispiele hierfür sind die tuberöse Sklerose oder das Angelman-Syndrom. Epileptische Anfälle können sehr verschieden ablaufen. Die Internationale Liga gegen Epilepsie ILAE beschloss in den er Jahren erstmals, eine einheitliche Klassifikation Einteilung der Anfälle sowie der Epilepsien und Epilepsie-Syndrome zu erstellen. Die veröffentlichte erste Fassung der Anfallsklassifikation [8] wurde revidiert, [9] die nächste Überarbeitung erfolgte erst [10] zusammen mit einer Erläuterung zu ihrer Benutzung. In beiden wird grundsätzlich zwischen fokalen oder Herdanfällen und sogenannten generalisierten Anfällen unterschieden.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei einer Epilepsie mehrere Anfallsformen auftreten, seien es mehrere fokale, mehrere generalisierte oder auch fokale und auch generalisierte. Insbesondere ein Anfallsbeginn mit einer Aura hat einen hohen Aussagewert darüber, in welcher Hirnregion der Anfall seinen Ursprung hat, denn sie ist das Ergebnis einer umschriebenen Aktivierung von Nervenzellverbänden. Ein Anfall wird als generalisiert bezeichnet, wenn der Verlauf und die Symptome keine Hinweise auf eine anatomisch begrenzte Lokalisation geben und keine Zeichen eines lokalen herdförmigen Beginns zu erkennen sind.

Dabei gibt es für das im Englischen anstelle consciousness benutzte Wort awareness keine adäquate Übersetzung. Zunächst ist bei allen Formen fokaler Anfälle festzuhalten, ob sie mit einer Bewusstseinsstörung einhergehen oder nicht. Wie bei den Anfällen mit fokalem Beginn wird unterschieden, ob es sich um Anfälle mit oder ohne motorische Störungen handelt. Wie bei den anderen Anfallsformen wird unterschieden, ob es sich um Anfälle mit oder ohne motorische Störungen handelt. Darüber hinaus gehören auch nicht klassifizierbare Anfälle in diese Gruppe.

Diese Anfälle begründen auch bei wiederholtem Auftreten nicht die Diagnose einer Epilepsie. Wenn die Aura isoliert bleibt, kann sie das einzige — subjektive — Symptom eines einfach fokalen Anfalls darstellen. Sie ist das Ergebnis einer epileptischen Aktivierung der Nervenzellen einer umschriebenen Hirnregion. Aufgrund der funktionellen Zuordnung der Symptome zu den entsprechenden Arealen der Hirnrinde kommt ihnen eine hohe Bedeutung in der Lokalisationsdiagnostik von epilepsieauslösenden Herden zu. Breitet sich die epileptische Aktivität aus, kann ein sogenannter sekundär generalisierter Anfall folgen. Bei Kindern kommen symptomatische und idiopathische Epilepsien in etwa gleich häufig vor.

Epilepsien, die im Erwachsenenalter beginnen, sind zu rund zwei Dritteln auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen — also symptomatisch. Ärzte klassifizieren Epilepsien und epileptische Syndrome in einer umfangreichen Systematik — nach der Anfallsform fokal, generalisiert, siehe Kapitel Symptome , nach der Ursache, den medizinischen Befunden, dem Alter des Patienten bei Krankheitsbeginn.