Kryptowährungen können Geld noch nicht ersetzen

19.5.2022

Konnte Crypto Banken ersetzen

Kryptowährungen können Geld noch nicht ersetzen

Kryptowährungen können Geld noch nicht ersetzen


Richtig zu überzeugen vermag aber keine dieser Argumentationen. Liechtenstein setzt auf Token-Ökonomie Bei der Erarbeitung eines neuen Blockchain-Gesetzes konnte sich Liechtenstein nicht wie üblich auf die Übernahme ausländischer Modelle abstützen. Innovative Unternehmen sollen einen klaren gesetzlichen Rahmen bekommen. Günther Meier, Vaduz NZZ abonnieren Kontakt AGB und Datenschutz Impressum. Alle Rechte vorbehalten. Sie sind bereits registriert. Jetzt einloggen. Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren. Seite durchsuchen Suche starten.

Link kopieren. Twitter Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren. Carsten Klude Carsten Klude ist Chefvolkswirt der Privatbank M. Warburg in Hamburg. Die Krypto-Währungen sind deshalb so attraktiv, weil sie gegenüber herkömmlichem Geld einige Vorteile bieten: 1. Die Währungen sind unabhängig von Banken und staatlichen Eingriffen. Nachteil der Krypto-Währungen: Niemand greift stabilisierend ein Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit von Wertschwankungen in einem Bitcoin-Währungsregime deutlich erhöht. Problemfall China Ein sehr konkretes Beispiel ist der Kapitalexport aus China. Mehr lesen über. Dort hat Matthias Kröner sein Büro, er ist Chef der Digitalbank Fidor. Seit drei Jahren schon kooperiert er mit Bitcoin.

Wer sich nicht auf internationalen Web-Börsen wie "Kraken" tummeln will, kommt hierzulande an den beiden derzeit schwer vorbei. CryptoKitties: non. Seine Fidor-Kunden werden auf Bitcoin. Neulich, erzählt Kröner, habe er an einem Freitagabend einer Kundin selbst die Tür der Fidor-Büros geöffnet, so etwas Altmodisches wie Filialen besitzt die Digitalbank nicht. Die Kundin, Jahrgang , wollte dringend ein Konto eröffnen. Nun, sie habe gerade ein Haus in Oberbayern verkauft und wolle den Erlös in Bitcoins investieren, erwiderte die Kundin.

Kröner sagt, er sei zusammengezuckt, ein Haus in dieser Lage sei ja auch keine schlechte Geldanlage. Aber Fidor berät als Direktbank die Kunden nicht. Die Frau eröffnete ihr Konto, kaufte dann Bitcoins und dürfte nach den Höhenflügen der vergangenen Wochen nun Multimillionärin sein. Genauso schnell könnte sie allerdings auch alles verlieren, denn eine Absicherung gibt es nicht. Fidor und Bitcoin. Kröner persönlich sieht die virtuelle Währung durchaus kritisch und sagt, er selbst habe keine Bitcoins erworben. Damals waren es Aktien, die durch die Decke schossen - bis die Dotcom-Blase platzte und viele Unternehmen und Anleger in den Abgrund riss.

An diese Zeit fühlt er sich erinnert, und mit diesem mulmigen Gefühl ist er nicht allein. In den er-Jahren werden Tulpenzwiebeln in Holland zum Spekulationsobjekt. Eine besonders seltene Tulpenzwiebel kostet so viel wie ein Luxusanwesen an einer Amsterdamer Gracht. Als sich keine Käufer mehr für die überteuerten Zwiebeln finden, bricht der gesamte Tulpenmarkt in den Niederlanden zusammen. Die Überbewertung von Handelsgesellschaften sowohl der Mississippi-Kompanie in Frankreich, als auch der South Sea Company in England führt zu einer Überhitzung der Wertpapierbörsen. Als beide Blasen platzen, folgen sowohl in Frankreich als auch in England jahrelange Rezessionen. In Wien steigen in den Monaten vor der Weltausstellung sowohl die Aktienkurse , als auch die Immobilienpreise in extreme Höhen. Am Tag des Zusammenbruchs der Wiener Börse gehen allein Firmen in Österreich-Ungarn pleite.

Die Folge: eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise. Vielmehr solle sich Bargeld im freien Wettbewerb mit anderen Zahlungsmitteln behaupten. Wer die jetzigen Niedrigzinsen der Notenbanken schon als gefährlich oder als eine Form der kalten Enteignung ansieht, wird froh sein, dass das Vorhandensein von Bargeld eine Zinsuntergrenze setzt. Wenn eine Geschäftsbank insolvent wird, können Buchgeld-Guthaben verloren gehen, oder sie werden, wie im Fall Zypern geschehen, im Zuge der Rettung der Banken zusammengestrichen. Die Richtung in die das gehen wird, ist aber für die Studienautoren klar: In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde Bargeld nicht verschwinden. Den Ursprung des modernen Geldes verortet Ingham in der Vereinigung von zwei zuvor getrennten Formen des Geldes: dem alltäglichen Zahlungsmittel Währung und den von den Banken ausgegebenen Schuldscheinen. Historisch verortet Ingham diesen Prozess im England des Durch die stabile Machtbalance zwischen dem Königshaus und der aufstrebenden Bürgerschicht erkennen beide Seiten, dass sie von einer Allianz profitieren könnten.

Ergebnis war die bereits angesprochene Fusion aus staatlicher Währung und den von privaten Banken vergebenen Krediten Ingham , Aus dieser Vereinigung ging die entscheidende Vorbedingung für den Aufstieg des Kapitalismus hervor: ein Finanzsektor, der die Schöpfung von Kreditgeld durch Banken ermöglicht, welches dann zu Kaufkraft für die emporkommenden Unternehmen wurde Schumpeter Geld entsteht im Kapitalismus also durch die Vergabe von Krediten durch Banken und hat damit keinen intrinsischen Wert, sondern ist im Kern eine Vertrauensbeziehung, deren Grundlage die Glaubwürdigkeit des Zahlungsversprechens ist Beckert , S.

Um dieses fragile Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, braucht es — so die These dieses Artikels — zentralisierte Intermediäre, die die Wertstabilität und Konvertierbarkeit des Geldes glaubwürdig inszenieren können. In der Moderne sind das nicht mehr Kaufmannsdynastien wie die Medici oder die Fugger, sondern ein staatlich regulierter Nexus aus privaten Banken und der nationalstaatlichen Zentralbank. Die nationalstaatliche Rechtsordnung gibt dabei Regeln für die private wie die öffentliche Geldschöpfung vor und stellt zudem den staatlichen Machtapparat bereit, um Kreditverträge durchzusetzen. Mit dem Begriff der fiktionalen Erwartungen beziehe ich mich auf ein Konzept von Jens Beckert , der einen Vorschlag macht, wie die Analyse der Interaktion auf der Mikroebene mit der kapitalistischen Dynamik in Verbindung gebracht werden kann. Dieser theoretische Zuschnitt ist im Hinblick auf mein Erkenntnisinteresse besonders reizvoll, da durch diese Perspektive verstanden werden kann, wie voraussetzungsreich die Institution Geld ist, denn für deren Funktionieren müssen die Akteure dauerhaft an sich wertlose Güter so behandeln, als seien sie wertvoll.

Anders gesagt geht es darum, Vertrauensbeziehungen aufzubauen und zu unterhalten, die stark genug sind, damit Menschen dauerhaft bunt bedrucktes Papier oder Zahlen auf einem Computer-Bildschirm gegen wertvolle Dinge wie Arbeitszeit, Lebensmittel etc. Der Begriff der fiktionalen Erwartung unterstreicht, dass das Vertrauen in Geld erst durch das komplexe Zusammenspiel der institutionellen Regeln und Prozesse der Geldstabilität in einer Ökonomie mit den diskursiven Prozessen, in denen diese interpretiert werden, entsteht. Die Erzeugung des Vertrauens in einen stabilen Geldwert hat dabei mindestens zwei Ebenen: eine zeitliche und eine räumliche. Ich will sicher sein, dass ich mein heute hart verdientes Stück Papier auch morgen noch gegen tatsächlich wertvolle Dinge eintauschen kann.

Mit der ersten Dimension — dem Vertrauen in den zukünftigen Wert des Gelds — hat sich traditionell insbesondere die Volkswirtschaftslehre beschäftigt. Mit dem Ziel, die Bedeutung zentralisierter Intermediäre für Finanzsysteme in kapitalistischen Ökonomien herauszuarbeiten, werde ich in den folgenden beiden Punkten die Erkenntnisse dieser Ansätze zusammenzuführen, um dann auf deren politökonomische Bedeutung einzugehen. Fragen nach der zeitlichen Stabilität des Geldwerts fallen traditionell in den Aufgabenbereich der Ökonomik. Dabei wird das Problem der monetären Stabilität üblicherweise wie folgt beschrieben: Nationalstaaten haben einen beständigen Anreiz, die Geldmenge durch die Aufnahme von Schulden zu erhöhen, wodurch sich langfristig das Preisniveau erhöht, d.

Um diesem Dilemma zu entkommen, so zumindest die Lehrmeinung der Monetaristen, ist es das oberste Ziel, das Preisniveau dauerhaft stabil zu halten. Dies wird in der Regel dadurch versucht, dass Institutionen geschaffen werden, die in der Lage sind, die zirkulierende Geldmenge strikt an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung anzupassen. Doch wodurch wird die zirkulierende Geldmenge beeinflusst. In ökonomischen Lehrbüchern wird üblicherweise davon ausgegangen, dass die Geldmenge von den Zentralbanken vorgegeben wird. Ihren Ursprung hat diese Überzeugung in der sogenannten Theorie des Geldmultiplikators. Footnote 3 In diesem Modell wird davon ausgegangen, dass die im Umlauf befindliche Geldmenge durch die von der Zentralbank ausgegebene Geldmenge bestimmt wird. Präziser ausgedrückt, das Modell nimmt an, dass sich aus der Zentralbankgeldmenge ein fester Multiplikator errechnen lässt, mit dem bestimmt werden kann, wie viel Geld die Geschäftsbanken ausgeben können.

Es gibt jedoch gewichtige Einwände gegen die These, die Geldmenge könne von der Zentralbank gesteuert werden. Diese kommen insbesondere von den Vertretern heterodoxer Theorien. Vor allem kritisieren die Theoretiker des Postkeynesianismus, die Neoklassik verkenne die Bedeutung der Geldschöpfung der Geschäftsbanken als wesentlichen Einflussfaktor auf die zirkulierende Geldmenge. Während die Neoklassik unterstellt, dass die Geschäftsbanken nur Kredite vergeben, wenn sie bereits die entsprechenden Reserven bei der Zentralbank halten, kommen heterodoxe Ökonomen zur entgegensetzten Einschätzung. In der Folge entstehe durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken erst die Nachfrage nach Zentralbankgeld. In diesem Sinne ist die Entscheidung der Banken, Kredite zu vergeben, unabhängig von den Zentralbanken, sie richtet sich lediglich nach dem Risikokalkül der jeweiligen Banken Werner Der in der Volkswirtschaftslehre unterstellte Problemzuschnitt erklärt, warum sich die Ökonomik, wenn sie sich mit Geld beschäftigt, vor allem auf die Geldmenge oder die Institutionen, die diese regulieren, blickt.

Aus soziologischer Perspektive lässt sich dagegen einwenden, dass monetäre Stabilität keineswegs nur als Ergebnis der zirkulierenden Geldmenge begriffen werden kann. Vielmehr ist das Vertrauen in die Institution Geld das Ergebnis eines politökonomischen diskursiven Prozesses, auf den die Geldmenge, das Vertrauen in die Interpretation der Verfahren, mit denen diese gemessen wird, sowie die Bewertung der Macht der monetären Institutionen Einfluss haben Beckert , S. Das Vertrauen in den zukünftigen Wert des Geldes ist demnach ein komplexer Vorgang, der performative und politökomische Aspekte hat. Entscheidend ist dabei nicht nur, durch welche formellen Regeln die Erzeugung von Kreditgeld reguliert ist etwa Mindestreservesätze, Eigenkapital- oder Sicherheitsanforderungen , sondern auch die Stabilität der Beziehungen der Marktakteure untereinander sowie die rhetorischen Strategien, die Finanzmarktakteure insbesondere die der Vertreter von Zentralbanken wählen, um ihre Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu kommunizieren.

So gab es beispielsweise in den letzten Jahrzehnten verstärkt Forschung zur Frage, wie Zentralbankmitarbeiter durch gezielte Narrative versuchen, das Vertrauen in die Stabilität des Geldes zu festigen Holmes ; Abolafia Im vorigen Abschnitt haben wir gesehen, dass die Erzeugung von Kreditgeld durch einen staatlich regulierten Nexus aus privaten Banken und der nationalstaatlichen Zentralbank geregelt ist. Der Dreh- und Angelpunkt dieses institutionellen Gefüges ist die politische oder regulatorische Ausgestaltung der Möglichkeit zur Beschaffung von Liquidität Mehrling Geschäftsbanken schaffen Geld, indem sie Kredite vergeben. Allerdings müssen Kredite, zumindest sobald diese an andere Banken transferiert werden, ggf. So können Banken zwar zunächst unbegrenzt Geld durch Kreditvergabe erschaffen Buchgeld , sobald jedoch das durch diese Kredite erschaffene Geld an andere Finanzinstitutionen transferiert wird — und das ist in aller Regel sehr bald nach der Vergabe eines Kredites der Fall —, müssen zum Zeitpunkt der Abwicklung Reserven erworben worden sein.

Dies geschieht in Nichtkrisenzeiten in aller Regel nicht durch direkte Interaktionen mit der Zentralbank, sondern durch Transaktionen auf dem Interbankenmarkt. Hat beispielsweise eine Bank am Abend zu wenig Reserven, wird sie sich von einer Bank oder einem anderen Finanzinstitut kurzfristig Liquidität besorgen, indem sie auf dem Interbankenmarkt die durch Sicherheiten hinterlegten Versprechen, zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen, in Liquidität verwandelt. Die politische oder regulatorische Ausgestaltung der Möglichkeiten zur Beschaffung von Liquidität ist einem starken historischen Wandel unterworfen Tooze Darüber hinaus spielt jedoch ein weiterer Aspekt eine wichtige Rolle. Die Stabilität eines Finanzsystems basiert auch auf den langfristigen Beziehungen zwischen einzelnen Banken, die so kurzfristig Liquiditätsschocks ausgleichen können.

Stabilität wird also nicht nur durch formelle Gesetze erzeugt, sondern auch durch die vertrauensgesättigte Weise, in der Akteure die institutionellen Settings ausfüllen. Wie stark Entscheidungen einzelner Banken bei kurzfristigen Zahlungsengpässen durch wechselseitiges Vertrauen charakterisiert sind, zeigt die Studie von Afonso et al. Die drei Autoren kommen in ihrer Untersuchung des US-amerikanischen Interbankenmarkts Footnote 4 zum überraschenden Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit dieser Transaktionen innerhalb weniger konzentrierter Beziehungen abgewickelt wird.

In andern Worten: Banken leihen und verleihen immer an dieselben Banken Geld, das schlägt sich auch in besseren Preisen Zinssätzen nieder, d. Banken gewähren ihren privilegierten Partnern in den meisten Fällen sehr viel bessere Zinssätze. Die Bedeutung zentralisierter Intermediäre ist damit wohl verdeutlicht: Das Bankensystem mit Zentralbanken als letztendlichen Garantiegebern schöpft das für kapitalistische Ökonomien notwendige Kreditgeld und ist gleichzeitig in der Lage, die fiktionale Erwartung von dessen zeitlicher Stabilität aufrechtzuerhalten. Dabei ist das Zusammenspiel von privaten Banken und staatlichen Akteuren entscheidend, denn durch die Beobachtung, wie viel Vertrauen die jeweils andere Seite in einzelne Märkte hat, kommt es zu einer Bewältigung von Risiko Baecker , S. Trotz der starken Verschränkung des privaten und öffentlichen Sektors bleibt die Garantie eines zeitlich stabilen Geldwerts in kapitalistischen Ökonomien risikoreich, denn als letztendlicher Garantiegeber ist der Nationalstaat uneingeschränkt haftbar, falls das Versprechen des zukünftigen Wertes des Geldes brüchig wird.

Die zweite, weit weniger beachtete, Dimension des Vertrauens in Geld ist die räumliche oder infrastrukturelle. Während sich geschichtswissenschaftliche Arbeiten mit den Schwierigkeiten auseinandersetzen, die sich bei der Etablierung nationaler Währungen stellten Tilly ; Garbade und Silber , haben wirtschaftswissenschaftliche, aber auch soziologische Arbeiten dieses Problem bisher nur unzureichend zur Kenntnis genommen. So wird in den meisten sozialwissenschaftlichen Arbeiten schlicht davon ausgegangen, dass sich durch die Verankerung der Währung als gesetzliches Zahlungsmittel das Problem nicht stellt. Allerdings unterschätzt diese globale Annahme, wie stark die räumliche Stabilität des Geldes von Intermediären abhängt, die in der Lage sind, die entsprechende technologische Infrastruktur aufzubauen, zu unterhalten und Alternativen möglichst im Keim zu ersticken oder in das bestehende System zu integrieren.

Ein Grund für die Vernachlässigung der infrastrukturellen Komponente mag das folgende Paradoxon sein: Die Grundlage für perfekte Märkte ist eine Infrastruktur, die möglichst friktionslose, also kosten- und risikofreie, Transaktionen ermöglicht. Märkte als eine der grundlegenden Institutionen des Kapitalismus funktionieren also gerade deshalb, weil fragmentierte Akteure aufeinandertreffen, um in einen Wettbewerb zu treten. Diese eigentlich sehr unterschiedlichen Probleme haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: In beiden Fällen existiert kein Intermediär, der mächtig genug wäre, um die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen.

Während in vielen Nationalstaaten der historisch gewachsene Nexus aus Zentralbanken einerseits und Geschäftsbanken anderseits in enger Kooperation fähig ist, eine verlässliche Finanzinfrastruktur zu unterhalten, gibt es bei Transaktionen, die über die Grenzen eines Währungsraumes hinausgehen, sowie in Ländern mit instabilen politischen Verhältnissen vielfach Probleme, eine solche Infrastruktur bereitzustellen. Doch worin genau besteht die Herausforderung beim Aufbau und Unterhalt einer verlässlichen Finanzinfrastruktur. Grundlegend geht es darum, die wechselseitigen Forderungen abzuwickeln. Üblicherweise werden hierzu sogenannte Clearing-Stellen eingesetzt. In diesen Zentralstellen werden die wechselseitigen Forderungen gegeneinander gerechnet, und am Ende eines Tages werden dann nur die Differenzen gutgeschrieben oder abgezogen Schierenbeck et al.

Der Use Case unterscheidet sich gravierend und könnte als Grundstein für das Vertrauen im Web 3. Bei allem Optimismus dürfte man sich jedoch noch nicht zu früh freuen, meint Novogratz. Denn auch die Konkurrenz schlafe nicht. Egal, ob Solana, Terra oder andere Projekte, man müsse diese Situation ernst nehmen. Trotz der positiven Prognosen kämpft der Krypto-Space derzeit mit einer weltweiten Regulierungswelle. Damit Geld zu Geld wird, bedarf es nicht einfach der Einführung der Zentralbanken, sondern zunächst einem weit wichtigeren Faktor: Vertrauen. Vertrauen stellt eine unverzichtbare Grundlage jeder Kooperation dar und ist ein obligatorischer Faktor jedes funktionierenden Währungssystems und eines der Kernelemente jeder Form von Zahlungstechnologie.

Bessere Chancen räumt das IfW Kiel dagegen einer digitalen Zentralbankwährung ein, die für mehr Stabilität im Finanzsystem und zur Disziplinierung von Geschäftsbanken sorgen könne. Dies sei der Fall, meinen die Autoren der Analyse, wenn sie in ihrer Funktion Bargeld als gesetzlichem Zahlungsmittel gleichgestellt wäre.