Blockchain-Forensik: Wer steckt hinter einer Bitcoin-Zahlung

18.9.2021

Ist es illegal, Bitcoin fur jemanden anderen zu ubertragen

Blockchain-Forensik: Wer steckt hinter einer Bitcoin-Zahlung

Blockchain-Forensik: Wer steckt hinter einer Bitcoin-Zahlung


Dies setzt jedoch voraus, dass diese Bitcoins auch tatsächlich für entsprechende Zahlungen eingesetzt werden und nicht als reine Investitionsobjekte gehalten werden. Darüber hinaus gehende Beträge müssen im Reinvermögen deklariert werden. Es stellt sich nun die Frage, wo in der Steuererklärung die Bitcoins zu erfassen sind. Betroffen davon ist möglicherweise das Wertschriftenverzeichnis. Im besagten Wertschriftenverzeichnis sind jedoch nur Wertschriften und Guthaben mit entsprechender Gegenpartei zu erfassen. Geldwerte Rechte an einer Sache sind dagegen nicht im Wertschriftenverzeichnis aufzuführen, sondern unter der Rubrik «übrige Vermögenswerte» wie z. Schmuck, Gemälde, etc. Weitere Offenlegungspflichten gibt es nach Ansicht der Autoren nicht.

Nur gibt es im dezentralen Bitcoin-System keine Drittpartei, welche einer Bescheinigungspflicht unterliegen würde und Jahresendbestände bestätigen könnte. So sind die Steuerbehörden alleine auf die Angaben des Steuerpflichtigen angewiesen, gleich wie bei Bargeld oder Schmuck. Als zusätzlicher Nachweis kann eventuell ein Ausdruck der Jahresendbestände der Wallets dienen. Eine Offenlegung des PUK und damit auch der einzelnen Transaktionen erscheint jedoch nicht verhältnismässig, da die Zahlungsdetails dem Schutz der Privatsphäre unterliegen und für die korrekte Veranlagung durch die Steuerbehörden nicht notwendig sind. Weiter ist der PUK alleine auch nicht geeignet, das Eigentum an den entsprechenden Bitcoins nachzuweisen, da dies immer nur in Kombination mit dem jeweiligen PIK geschehen kann. Die entsprechenden Daten dürfen daher geschwärzt werden. Dem Steuerpflichtigen sollte ein gewisser Handlungsspielraum bei der Bestimmung des Tagesschlusskurses zugestanden werden, jedoch muss die einmal gewählte Methode einer gewissen Stetigkeit unterliegen.

Gemäss einer nicht veröffentlichten Empfehlung der Schweizerischen Steuerkonferenz vom März seien Bitcoins steuerlich wie ausländische Währungen zu behandeln. So ermittelt die ESTV für den Bitcoin seit Dieser Kurs ist eine Empfehlung an die kantonalen Steuerbehörden für die Veranlagung der Vermögenssteuer. Per Zudem führt die ESTV per Die ESTV basiert ihre Kurse auf dem Durchschnitt von verschiedenen Börsen, unter anderem Kraken und BitStamp. Obwohl keine Börse im engeren Sinn, werden teilweise auch die Kurse von Oanda und Coinmarketcap in die Berechnung mit einbezogen. Um dem fragmentierten Handel und den teilweise beträchtlichen Tageskurs-Differenzen Rechnung zu tragen, wird jeweils der höchste und der tiefste Kurs eliminiert.

Die Datenquellen sind aber nicht für alle Coins identisch. Für die Bewertung einzelner der aufgelisteten Kryptowährungen wird auf eine sehr kleine Anzahl von Börsen abgestellt. Diese Auswahl und die jeweilige Anzahl der Börsen scheint zufällig. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass die Börsen der ESTV in einigen Fällen von Coinmarketcap für deren Kurse nicht berücksichtigt werden. Das führt im extremen Fall dazu, dass nach Elimination der Höchst- und Tiefstwerte der Kurs faktisch auf einer oder zwei zufällig ausgewählten Börsen beruht, was unseres Erachtens für die Ermittlung eines allgemein gültigen Marktwertes nicht ausreicht. Dies wird nämlich dem dezentralen Charakter zum Beispiel von Bitcoin nicht gerecht. Es gibt nicht einige wenige Handelsplätze, sondern deren Tausende. Richtigerweise müsste man die Bewertung anhand der durchschnittlichen Preise vornehmen, wie sie an möglichst vielen der gängigsten Börsen erzielt werden vgl.

Die meisten Kantone folgen jedoch der Empfehlung der ESTV bei der Veranlagung der Vermögenssteuern. So werden zumindest alle Steuerpflichtigen gleichbehandelt. Berücksichtigt man die zufällige und schmale Datenquelle, die hinter einzelnen Kursen steht, wirken die Kurse zum Teil aber etwas willkürlich. Das wäre mangels Verortbarkeit des virtuellen Kontos wohl der Wohnsitz des Coinhackers. Rechtspolitisch wünschenswert erscheint vor diesem Hintergrund eher der Weg über Art. Doch bevor sich nun der Meinungsstreit entfachen kann, gibt es einen dicken Dämpfer: Die Durchsetzung der Ansprüche steht bedauerlicherweise auf einem anderen Blatt. Der so geschädigte Bitcoin-"Inhaber" müsste vor Klage, Urteil und dessen gegebenenfalls im Ausland erfolgender Vollstreckung zunächst die Identität des zu verklagenden Angreifers erfahren.

Daran dürfte die Rückgewähr "erhackter" Rechnungseinheiten in beinahe allen Fällen scheitern. Die Anonymität im Kryptozahlungsverkehr hat also ihre Schattenseiten. Grenzenlose Freiheit geht einher mit eklatanten Rechts- Sicherheitslücken. Häufig gestellte Fragen - abstimmungen bearbeiten. Die Debatte um die Einpassung von Kryptowährungen in die Zivilrechtsdogmatik darf mit ebensoviel Spannung erwartet werden wie die nutzerfreundlichere Ausgestaltung neuer Währungen und die jeweiligen über staatlichen Regulierungsversuche. Nur eins ist dabei sicher: Nichts bleibt so, wie es ist. Der Autor Konstantin Filbinger ist Rechtsanwalt bei Theopark Rechtsanwälte Steuerberater in Nürnberg.

Konstantin Filbinger, Bitcoins und das Recht: Delikt oder ver zwickt. In: Legal Tribune Online, Home Hintergründe. Ist der Code gefunden, wird die Überweisung in das Kassenbuch des Miners eingetragen. Der Code, auch Hash-Wert genannt, wird dann an alle Full Nodes des Netzwerks gesendet. So bleibt jede Kopie der Blockchain identisch. Der erste Miner, der die Transaktion so verifiziert, erhält dafür eine Belohnung in Form von Bitcoins. Was sind die Vorteile von Bitcoin. Wichtigster Vorteil von Bitcoin ist die Unabhängigkeit von Finanzinstituten. Transaktionen werden direkt zwischen Käufer und Verkäufer durchgeführt.

Wer heute mit Hilfe einer Bank eine internationale Überweisung tätigen möchte, benötigt Geduld. Ausserdem fallen Wechsel- und Bankgebühren an. Ein Bankkonto kann zudem mit einem Limit versehen sein. Bitcoin kennt keine solche Einschränkung: Wer sein gesamtes Kryptogeld verkaufen möchte, kann dies innerhalb weniger Minuten tun. Die Erzeugung von neuen Bitcoins beruht auf einem komplizierten Algorithmus. Dieser ist so angelegt, dass es nie mehr als 21 Millionen Bitcoins geben wird. Befürworter der Cyberwährung sehen darin einen Vorteil gegenüber klassischen Währungen.

Denn schliesslich können Zentralbanken entscheiden, wie viel Geld gedruckt wird. Der Kurs von Bitcoin soll sich gemäss den Befürwortern stabilisieren, sobald alle 21 Millionen Bitcoins im Umlauf sind. Dank der öffentlichen Blockchain ist Bitcoin transparent. Diese Öffentlichkeit macht die Kryptowährung gleichzeitig sehr sicher. Es wird niemandem gelingen, sämtliche Full Nodes gleichzeitig zu manipulieren. Trotz dieser offenen Buchführung bleiben die Besitzer von Bitcoins pseudonym. Denn das Vermögen verwaltet man nicht mit dem eigenen Namen, sondern mit einem Identifikationscode. Bitcoin ist ausserdem weltweit nutzbar, sie muss nicht erst in andere Währungen gewechselt werden. Und was sind die Nachteile von Bitcoin. Sogar die grössten Fans der Kryptowährung wissen: Bitcoin steckt noch in den Kinderschuhen. Vieles ist noch unklar, benötigt deutlichere Regeln und vor allem Zeit.

In den ersten Jahren wurde Bitcoin zum illegalen Handel von Drogen und Waffen missbraucht. Auch den Steuerbehörden sind die Kryptowährungen ein Dorn im Auge, denn eindeutige Gesetze fehlen noch. Im Moment eignet sich Bitcoin auch nicht unbedingt als Zahlungsmittel, die Kursschwankungen sind dafür zu gross. Das mag der Grund sein, weshalb Bitcoin ausserhalb der digitalen Welt noch kaum als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Wer trotzdem damit bezahlt, kommt nicht ganz um die Gebühren herum. Diese werden für die Bezahlung von Minern verwendet. Mit dem Wegfall eines Finanzinstituts übernimmt der Inhaber auch die Verantwortung: Wer den Code zu seinen Bitcoins verliert, hat keine Möglichkeit, diese wieder zu erhalten.

Sie sollten aber prüfen, ob die Schenkung in dem jeweiligen ausländischen Staat einer Steuer unterliegt. Das oben angeführte Stichtagsprinzip gilt auch im Erbfall. Im Erbfall führt es dazu, dass die Kryptowährung mit dem am Todestag geltenden Kurs zu bewerten ist. Wenn sich ein Kurs möglichst nahe dem Todeszeitpunkt ermitteln lässt, sollte dieser Wert vom Finanzamt akzeptiert werden. Gleiches gilt für einen durchschnittlichen Kurs des Exchange-Unternehmens. Kursveränderungen nach dem Todestag sind aufgrund des strengen Stichtagsprinzips für die Bewertung der vererbten Kryptowährung grundsätzlich erbschaftsteuerlich irrelevant.

Nicht nur im Todesfall sollte der Zugang zu Ihrem Wallet und damit zu Ihrem Vermögen sichergestellt sein. Ohne den persönlichen Zugangsschlüssel Private Key zu Ihrem Wallet wird es für die Erben schwierig werden, an das Vermögen zu gelangen. Um an die Kryptowährungen zu gelangen, kann es für die Erben sicherlich hilfreich sein, wenn das Exchange-Unternehmen eine KYC -Prüfung durchführt. Wird keine KYC-Prüfung durch das Exchange-Unternehmen durchgeführt, ist der Private Key der einzige Nachweis darüber, wer über die Kryptowährung verfügen darf. Kennen die Erben den Private Key des Verstorbenen nicht , erscheint die Verfügung über die Kryptowährung des Verstorbenen unmöglich. Sollten die Erben also Schwierigkeiten haben, an die Kryptowährung des Verstorbenen zu gelangen, ist dieser Umstand dennoch dem Erbschaftsteuerfinanzamt in entsprechender Form zu erklären.

Jakob Hasse: Auf Darknet-Marktplätzen sind virtuelle Währungen sehr beliebt, weil sie verschiedene Privacy-Charakteristiken haben. Bitcoin hat aber keine starken Privacy-Garantien, da man jeden Schritt einer Transaktion auf der Blockchain nachvollziehen kann. Man kann sehen, was mit dem Geld passiert und welche Pseudonyme damit Kontakt haben. Das geht bei Bitcoin sogar noch besser als mit Bargeld. Wenn man Bargeld an eine andere Person zahlt, hinterlässt man höchstens durch die physische Anwesenheit Spuren. Ich sollte mir überlegen, wie ich mein Geld einsetze.

Wenn ich viel Wert darauf lege, dass meine Zahlung privat bleibt und keine Bezüge entstehen, sollte ich nur an jemanden überweisen, der nicht öffentlich bekannt ist. Wenn ich die Coins nur an meine Freunde schicke, ist das schon mal ein Vorteil. Sobald ich aber einem Dienstleister Geld schicke — beispielsweise Exchange-Börsen wie Coinbase — ist das erkennbar. Anderer Coin, andere Eigenschaften netzpolitik. Jakob Hasse: Andere Krypto-Währungen wie Monero haben viel stärkere Privacy-Garantien. Auch sie bieten über kryptografische Verfahren die Garantie, dass das Geld nicht doppelt ausgegeben wurde. Ich kann beweisen, dass ich der Eigentümer bin. Aber wenn man das Geld verschickt, ist nicht mehr sichtbar, wo es herkommt. Wenn man sich bei Monero nur die Blockchain-Daten anschaut, kann man fast nichts tun. Jakob Hasse: Die Blockchain selbst ist eine Datenbank.

Zu dieser Datenbank gehört immer noch ein Netzwerk, in dem sich Teilnehmer miteinander unterhalten und Transaktionen verbreiten. Dieses Netzwerk und die Datenströme sind bei Bitcoin unverschlüsselt. Wenn ich also fürchte, dass meine Leitung überwacht wird, sollte ich VPN-Dienstleister oder Tor einsetzen, um meine Transaktionen zu senden. Sonst könnte dieser Datenstrom mit mir in Verbindung gebracht werden. Es gibt Erweiterungen, die diesen Nachteil bei Bitcoin verbessern. Eine Variante ist, dass der Client Informationen nicht gleich an alle sendet, sondern erstmal nur an eine ausgewählte Kette — ähnlich wie beim Onion-Routing für Tor.

Erst später wird die Transaktion an alle gesendet. Eine andere Methode sind sogenannte Coin-Join-Techniken , die zum Beispiel der Wasabi-Client umsetzt.